Bestrahlung, Strahlentherapie

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Radiotherapie, Strahlentherapie, Bestrahlung bei Krebs

In der Radioonkologie wird mit der ionisierenden Strahlung gearbeitet. Im Gegensatz zu anderen Strahlen wie Sonnenstrahlen und Wärmestrahlen kann sie Atome und Moleküle strukturell verändern (Ionisierung).

Es gibt Teilchenstrahlung (Elektronen, Protonen, Neutronen, Schwerionen etc.) und elektromagnetische Wellenstrahlung wie Röntgen- und Gammastrahlung.Strahlentherapie, Bestrahlung, Krebs

In den Krebszellen werden auf diese Weise biologische Prozesse in Gang gesetzt, die dafür sorgen, dass sie sich nicht mehr weiter teilen und vermehren können und absterben.

Mit der Behandlung von Krebskrankheiten durch Strahlen befasst sich der medizinische Fachbereich Radioonkologie und in einigen Situationen auch Nuklearmedizin (z.B. bei Schilddrüsenkrebs).
Rund die Hälfte aller Krebspatientinnen und Krebspatienten benötigt im Verlauf der Krankheit eine Bestrahlung.
Je nach Tumor und Stadium der Erkrankung ändern sich die Therapieziele und Therapieprinzipien der gesamten onkologischen Behandlung und damit auch der Strahlentherapie.

Therapieziele

Kurative Strahlentherapie (von lat. curare = heilen, pflegen)
Das bedeutet, dass die Strahlentherapie auf Heilung ausgerichtet werden kann. Die Chance dafür ist am größten, wenn der Tumor oder einzelne Tumorzellen vollständig zerstört werden können. Das ist oft, aber nicht möglich:

Je nach Größe und Lage des Tumors kann keine genügend hohe Strahlendosis verabreicht werden, ohne dabei gesundes Gewebe zu sehr zu belasten. In manchen Fällen kann eine alleinige Strahlentherapie unter Umständen die Operation ersetzen, zum Beispiel bei Tumoren der Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfs, bei gewissen Hauttumoren, bei Prostatakrebs, bei kleinen Tumoren der Analregion etc.

In vielen andern Fällen wird die Strahlentherapie ergänzend zur Operation und/oder in Kombination mit einer medikamentösen Tumortherapie eingesetzt, am häufigsten bei Brustkrebs, Prostatakrebs und Enddarmkrebs.

Palliative Strahlentherapie (von lat. palliare = umhüllen, einen Mantel anlegen)
Wenn mit einer Heilung nicht gerechnet werden kann, versucht man, das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern, indem möglichst viele Krebszellen zerstört werden. So kann zum Beispiel ein nicht operabler Tumor, der auf ein anderes Organ drückt und Schmerzen verursacht, verkleinert und der Druck vermindert werden.

Mit Bestrahlungen lassen sich auch Knochenmetastasen zurückdrängen.
Dadurch wird das Risiko eines Knochenbruches gesenkt. Auch Tumorblutungen können gestillt, Hirnmetastasen verkleinert oder zerstört, Atemnot, Schluckbeschwerden oder Urinstau gelindert werden.

Dank der Strahlentherapie können oft längere Spitalaufenthalte verkürzt oder gar vermieden und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden.

Therapieprinzipien

Adjuvante/postoperative Strahlentherapie (von lat. adiuvare = unterstützen, helfen)

So wird eine Therapie bezeichnet, die nach einer Operation etwaige noch vorhandene Krebszellen zerstört und das Risiko eines Rezidivs (erneuten Tumorwachstums) und von Metastasen verringern kann.

Die adjuvante Strahlentherapie beispielsweise nach einer brusterhaltenden Brustkrebsoperation (Lumpektomie) trägt wesentlich zum Heilungserfolg bei.

Neoadjuvante/präoperative Strahlentherapie (von griech. néos = neu)
Die Therapie wird vor der Operation durchgeführt, um einen vorhandenen Tumor zu verkleinern. Dadurch kann weniger radikal bzw. organerhaltend operiert werden.

Arten der Strahlentherapie und der Bestrahlungsgeräte

Bestrahlung von aussen, Perkutan
Bei der Bestrahlung von aussen werden die Strahlen durch die Haut (perkutan) und die darunter liegenden Gewebe auf die zu bestrahlende Körperregion gerichtet.
Die perkutane Strahlentherapie ist die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Radiotherapie.

Das heute am häufigsten eingesetzte Gerät ist der Linearbeschleuniger. Er kann Strahlen verschiedener Energien und Eindringtiefen erzeugen und zudem sehr beweglich in unterschiedliche Positionen gebracht werden.

Elektronen, Photonen

Die Strahlen bestehen entweder aus Elektronen (kleinsten elektrisch geladenen Teilchen) oder Photonen (elektromagnetischen Wellen). Die Strahlen werden in einem Rohr mittels Magnetfeldern künstlich auf die gewünschte Energie beschleunigt. Die Patientinnen und Patienten sind nach der Behandlung nicht radioaktiv, für ihr Umfeld stellen sie also keine Strahlenbelastung dar.

Bestrahlungen mit Elektronen eignen sich in erster Linie zur Behandlung oberflächlich gelegener Tumoren (z. B. der Haut) und von Narben oder Entzündungen, da ihre Eindringtiefe relativ gering ist.

Werden die Elektronen auf eine Metallplatte (Target) gelenkt und dabei abgebremst, entstehen hochenergetische Photonen, die tiefer in das Gewebe eindringen können.
Die Therapie mit Photonen wird in der Regel auf der Grundlage einer Computertomographie oder von Durchleuchtungen mit herkömmlichen Röntgengeräten geplant.

Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT)

Bei dieser Form der Strahlentherapie von außen wird die Intensität der Strahlendosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes gezielt verändert (moduliert). Auf diese Weise lässt sich die Verteilung der Strahlendosis noch weiter verbessern.

Einzelne Bereiche des Tumors werden dabei mit unterschiedlicher Intensität und aus verschiedenen Winkeln bestrahlt. Dadurch können im Einzelfall die Wirksamkeit im Tumorgebiet erhöht und die Nebenwirkungen reduziert werden.

Bildgestützte Strahlentherapie (IGRT)

Die Abkürzung leitet sich von engl. «Image-Guided Radiation Therapy » ab. Damit wird eine Bestrahlungstechnik bezeichnet, die auch während der Therapiesitzungen, durch Bildgebung wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRI/MRT) oder Positronen-Emissionstomographie (PET) unterstützt wird Die Bildgebung ist direkt in das Bestrahlungsgerät integriert. So kann auf die unregelmäßige Ausdehnung des Tumors reagiert und können auch Veränderungen der Lage berücksichtigt werden, die beispielsweise durch die Atmung, durch Muskeltätigkeit von Hohlorganen oder durch den Herzschlag entstehen.
Die Bestrahlungswinkel können entsprechend korrigiert werden, die Zielgenauigkeit wird erhöht.

Stereotaktische Strahlentherapie und Radiochirurgie

Stereotaktische Strahlentherapie bedeutet so viel wie «Verfahren zur räumlich gezielten, hochpräzisen Steuerung von Bestrahlungen ». Der Begriff Stereotaxie leitet sich vom Griechischen ab: stereo = räumlich, táxis = Anordnung.
Es handelt sich um ein Verfahren, das dank der Kombination dreidimensionaler Bildgebung und millimetergenauer Positionierung des Patienten möglich geworden ist.
Wird die Strahlendosis auf mehrere Sitzungen aufgeteilt, spricht man von fraktionierter stereotaktischer

Radiotherapie.
Eine einmalige, hochdosierte Bestrahlung bezeichnet man als stereotaktische Radiochirurgie.

Das Verfahren erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Spezialisten auch anderer Fachgebiete (z.B. Radiologie, Nuklearmedizin, Neurochirurgie). Anfänglich wurde die stereotaktische Radiochirurgie nur bei Hirntumoren eingesetzt. Das dafür zuerst entwickelte Gerät heißt Gamma Knife, obwohl es kein Messer (knife) ist.

Am Kopf des Patienten wird ein helmartiger Stereotaxierahmen oder schmaler Ring befestigt, der seinerseits am Bestrahlungstisch fixiert ist. Die Lagerung des Patienten wird während der Bestrahlung nicht verändert.

Mittlerweile wird die Therapie überwiegend mit Linearbeschleunigern verschiedener Firmen durchgeführt. Die neu entwickelten Geräte werden je nach Hersteller anders bezeichnet. Im Gegensatz zum Gamma Knife können sie auch außerhalb des Kopfes für stereotaktische Strahlentherapien eingesetzt werden, zum Beispiel bei Leber- und Lungentumoren.

Der Patient oder die Patientin muss äußerst genau gelagert werden.

Bei einer Bestrahlung im Bereich des Kopfes wird dazu eine individuelle Maske hergestellt und manchmal auch zusammen mit einem sogenannten Beissblock eingesetzt. Dadurch kann der Oberkiefer und damit auch der Schädel sicherer fixiert werden.
Bei Bestrahlungen im Bereich des Rumpfes wird eine Ganzkörperschiene, ein sogenanntes Vakuumkissen, zur Fixierung benutzt.

Zur Überprüfung der Lagerung werden jeweils vor und zum Teil auch während der Strahlenbehandlung Kontrollaufnahmen gemacht (Computertomographie oder herkömmliches Röntgen).
Die zahlreichen Bestrahlungsfelder sind sehr klein, die Vorbereitungen daher zeitaufwendig.

Entsprechend dauert eine Bestrahlungssitzung deutlich länger als eine herkömmliche Strahlenbehandlung.

Radiofrequenzablation (RFA)

Die Radiofrequenzablation (RFA) wird auch Hochfrequenzablation oder Thermoablation genannt.
Bei dieser Methode wird durch  Hochfrequenz das Gewebe durch die Wärmeentwicklung zerstört (“verkocht”).
Vor Allem wird für  für Vernichtung von Metastasen in Lungen oder Leber eigesetzt, wobei auch Einsatz bei der Behandlung von Wirbelkörpermetastasen möglich ist

Bestrahlung mit Protonen

In speziellen Fällen (besonders bei tief liegenden Tumoren in der Nähe sensibler Organe) kann heute mit Protonen bestrahlt werden. Dabei handelt es sich um Elementarteilchen (Kern des Wasserstoffatoms), die auf hohe Energie beschleunigt werden. Sie «stoppen» zielgenau im Tumor und geben dort den größten Teil der Dosis ab.

Dank dieser Eigenschaft können umliegendes Gewebe und angrenzende Organe gut geschont werden. Sie wird meistens bei Tumoren im Bereich des Schädels/Gehirns, der Augen, der Wirbelsäule und vor allem bei Kindern und Jugendlichen) eingesetzt..

Bestrahlung von innen, Brachytherapie

Die Bestrahlung von innen wird als Brachytherapie bezeichnet (von griech. brachys = kurz, nahe).
Je nach Situation wird sie alleine oder in Kombination mit einer Bestrahlung von aussen eingesetzt. Abhängig vom Tumor und seiner Lokalisation werden unterschiedliche Techniken eingesetzt:

Intrakavitäre Brachytherapie (von lat. intra = innerhalb und cavum = Höhle)

Ein Applikator (spezielle Hülse oder Schlauch) wird ins Tumorgebiet eingeführt, häufig in Körperhöhlen wie zum Beispiel Scheide, Gebärmutter, Speiseröhre, Lunge/Bronchien, und danach ferngesteuert mit einer radioaktiven Quelle beschickt. Der Applikator wird nach erfolgter Therapie wieder entfernt.
Man bezeichnet diese Technik als Afterloading (engl. = Nachladen).

Interstitielle Brachytherapie

Die interstitiellen Brachytherapien (von lat. interstitium = Zwischenraum) werden am häufigsten bei Prostatakrebs eingesetzt:

  • mit Afterloading Winzige Kunststoffröhrchen werden in den Tumor gespickt und nach ihrer Platzierung direkt im Tumor radioaktiv beladen (engl. afterloading = Nachladen). Sie werden nach erfolgter Bestrahlung wieder entfernt.
  • mit Seed-Implantation Via Hohlnadeln werden millimeterkleine radioaktive Strahlenquellen (engl. seeds = Samen) in die Tumorregion gespickt. Sie geben während mehrerer Wochen sukzessive Strahlung ab; deren Intensität nimmt kontinuierlich ab. Die Seeds verbleiben für immer im Körper, das heisst, sie müssen nicht mehr entfernt werden.

Intraoperative Bestrahlung

Bei der selten angewandten intraoperativen Strahlentherapie wird die Tumorregion (z.B. Brust oder Enddarm) unmittelbar nach der Operation bestrahlt, in derselben Narkose und bevor die Wunde verschlossen wird. Dies kann mit Linearbeschleunigern, Röntgengeräten oder mittels Afterloading erfolgen.

Radionuklidtherapie

So wird ein Therapieverfahren bezeichnet, bei welchem dem Patienten in der Regel über eine Vene (intravenös) oder durch den Mund (oral) radioaktive Substanzen verabreicht werden, die Krebszellen aufspüren und zerstören können.

Die Radionuklidtherapie wird vor allem bei gewissen Formen von Schilddrüsenkrebs sowie bei schmerzhaften Knochenmetastasen eingesetzt, gelegentlich auch bei selten vorkommenden Neuroendokrinen Tumoren (NET) sowie bei gewissen Lymphomen (Radioimmuntherapie). Die Behandlung wird in der Nuklearmedizin durchgeführt.

Ablauf der Strahlentherapie

Die für Ihre Behandlung erforderliche Strahlendosis wird meistens nicht auf einmal verabreicht, sondernbauf mehrere Bestrahlungssitzungen aufgeteilt. Diese bezeichnet man als Fraktionen.bHäufig ist es eine pro Tag, manchmal sind es zwei. Zwischen den einzelnen Fraktionen können sich gesunde Zellen, die durch die Bestrahlung in Mitleidenschaft gezogen werden, wieder erholen.

Je nach Erkrankung und Behandlungskonzept schwankt die Zahl der Bestrahlungssitzungen. Verschiedene Faktoren wie Behandlungsziel, Strahlensensibilität des Tumors und des gesunden Gewebes bestimmen die Anzahl der Fraktionen und die Höhe der gesamten Strahlendosis.

Bestrahlungen können meistens ambulant durchgeführt werden, das heißt, Sie suchen das Bestrahlungsinstitut oder das Krankenhaus nur für die tägliche Behandlung auf.

Ambulante Behandlungen werden üblicherweise täglich von Montag bis Freitag durchgeführt. Eine Sitzung dauert bis zu 15 Minuten, die eigentliche Bestrahlung nur wenige Minuten. Nur die erste Bestrahlungssitzung dauert länger, bedingt durch die Simulation.

Bei speziellen Strahlenbehandlungen wie der stereotaktischen oder der intensitätsmodulierten Strahlentherapie.
(IMRT) können die einzelnen Sitzungen bis zu einer Stunde dauern.
Bei bestimmten Behandlungsabläufen werden Sie mehrmals täglich bestrahlt (sogenannte Hyperfraktionierung).
Bei der stereotaktischen Radiochirurgie wird nur einmal und hochdosiert bestrahlt. Die Vorbereitungen beanspruchen aber mehrere Stunden.

Auch die Brachytherapien mit Afterloading verlaufen anders: Sie werden nicht täglich, sondern ein bis zweimal pro Woche verabreicht, oft ambulant.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Die unerwünschten Folgen einer Bestrahlung sind abhängig von der Strahlen-Gesamtdosis und dem bestrahlten Körperbereich. Einige Organe reagieren auf die Bestrahlung empfindlicher als andere. Die Strahlen wirken lokal, also dort, wo sie appliziert werden.

Akute, während der Bestrahlung auftretende Reaktionen wie Hautrötungen, Schluckbeschwerden oder Durchfall bilden sich innerhalb weniger Wochen nach Abschluss der Behandlung vollständig zurück.

Je nach bestrahltem Organ können auch mehrere Wochen, Monate oder auch Jahre später Veränderungen auftreten.
Auch ein Risiko für Entstehung von sekundären Tumoren nach 5 bis 10 Jahren steigt.

Bei Prostatabestrahlung wäre das z.B. ein Rektum Karzinom, bei Brustbestrahlung ein Lungenkrebs.

Allgemeines Befinden

Ihr Organismus ist während der Strahlentherapie belastet und deshalb anfälliger für Krankheitserreger; schützen Sie sich also nach Möglichkeit vor ansteckenden Krankheiten (Grippe, Erkältungen etc.).

Allgemeinsymptome wie Übelkeit, Abgeschlagenheit oder Verdauungsprobleme wie Durchfall, Blähungen, Krämpfe sind selten und treten vor allem auf, wenn im Bauchbereich Große Regionen bestrahlt werden müssen.
Man kann eine Strahlentherapie auch mit einer «Operation in Raten» vergleichen, die Ihrem Organismus einiges an Kraft abverlangt. Es ist also möglich, dass Sie sich müder fühlen als sonst.

Hautreaktionen

Dank der heute verwendeten Bestrahlungstechniken sind starke Hautreaktionen (wie bei einem Sonnenbrand) seltener geworden. Sie können jedoch auftreten, wenn das Zielvolumen nahe der Körperoberfläche liegt und die Haut bewusst mitbestrahlt werden muss.

Haarausfall

Die Strahlenbehandlungen wirken auch auf die Haarzellen und können deshalb im bestrahlten Bereich Haarausfall verursachen. Je nach Strahlendosierung erholen sich die Haarzellen wieder; meist wachsen die Haare zwei bis drei Monate nach Abschluss der Strahlentherapie wieder nach.

Strahlenfolgen einer Radiotherapie im Hals- Nasen-Ohren-Bereich

Bestrahlungen im Bereich von Mund, Nase, Rachen und Kehlkopf führen vorübergehend zu einem veränderten Geschmacksempfinden und reizen mehr oder weniger stark die Mundschleimhaut. Mundtrockenheit, Mundschleimhautentzündungen (Stomatitis), Schluckbeschwerden, unangenehmer Geschmack im Mund, eine belegte Zunge und Zahnfleischentzündungen sind die Folge.

Müssen die Speicheldrüsen mitbestrahlt werden, besteht ein gewisses Risiko, dass das Geschmacksempfinden dauerhaft beeinträchtigt wird.

Zahnschäden

Bei Bestrahlungen im Bereich der Speicheldrüsen wird der Speichelfluss spärlicher und zähflüssiger, was später die Bildung von Karies (Schädigung der harten Substanz der Zähne), Gingivitis (Entzündung des Zahnfleisches) und Parodontitis (Schädigung des Halteapparates der Zähne) begünstigen kann.

Dies kann nach einiger Zeit zu einer teuren und aufwendigen zahnärztlichen Behandlungen führen Strahlenfolgen einer Radiotherapie von Oberkörper und Bauch Bestrahlungen in diesen Regionen führen manchmal zu Übelkeit und Erbrechen.

Entzündungen der Speiseröhrenund der Darmschleimhaut können schmerzhafte Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme bzw. beim Stuhlgang verursachen.

Entzündungen im Bauchbereich können zu Blähungen und Durchfall führen. Eine gewisse vorübergehende.

Bei Bestrahlungen der weiblichen Brust treten solche Nebenwirkungen nicht auf, da die inneren Organe davon nicht berührt werden. Nach brusterhaltender Operation kann die Bestrahlung das Risiko für ein Lymphödem erhöhen.

Strahlenfolgen einer Radiotherapie des Unterleibs

Wird der Unterleib bestrahlt, kann es zu vorübergehenden Reizungen der Harnwege und zu Schmerzen beim Wasserlösen kommen. Möglich sind auch Reizungen am Enddarm, Dickdarm und (seltener) Dünndarm, je nachdem, welche Region bestrahlt werden muss.

Weil bei Krebserkrankungen im Beckenbereich häufig Strahlentherapie und Chemotherapie kombiniert werden, kann es zu Blähungen, Krämpfen und Durchfall kommen.

Sexualität, Zeugung, Schwangerschaft

Je nach Krebsart und bestrahlter Region sind die Auswirkungen unterschiedlich. Bei Männern werden unter Umständen Hodengewebe oder die Samenbläschen mitbestrahlt, dadurch werden Samenzellen geschädigt und die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigt. Auch Blutgefässe, die für eine Erektion wichtig sind, können betroffen sein.
Oft bleibt die Potenz aber in dem Ausmass erhalten, wie sie vor der Strahlentherapie war.

Bei Frauen werden je nach Situation auch Teile der Eierstöcke mitbestrahlt und somit Eizellen geschädigt, sodass die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird.
Auch die Schleimhäute (z.B. in der Scheide) können in Mitleidenschaft gezogen werden, was zu Entzündungen führt und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursacht.

Je nach Bestrahlungsregion und Bestrahlungsart ist es ratsam, während der Therapie und einige Wochen darüber hinaus zu verhüten oder ganz auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, um eine Zeugung bzw. eine Schwangerschaft in dieser Zeit zu vermeiden.

Quelle: www.krebsliga.ch

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