Hyperthermie

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Hyperthermie, Überwärmung, Krebsbehandlung mit Wärme


Hyperthermie
bedeutet auf Deutsch übersetzt Überwärmung des ganzen Körpers Hyperthermie,  Überwärmung, Fiebertherapieoder einzelner Körperteile. Bei der medizinischen Hyperthermie wird die Temperatur des menschlichen Organismus bewusst erhöht, um die Tumorzellen zu zerstören.
Es scheint auch die Tumordurchblutung wird gesteigert und so können die gleichzeitig verabreichte Zytostatika besser in den Tumor gelangen. Auch eine verstärkte Invasion von Immunzellen in das erwärmte Tumorgebiet könnte eine Rolle spielen.

Die Tumorzellen können schon bei Temperaturen zwischen 40° und 44°C zerstört werden.
Bösartige Zellen und Gewebe sind anfälliger für Hitze als gesunde Zellen.
Im Tumor staut sich die Hitze, ihm werden Nährstoffe und Sauerstoff entzogen und die Umgebung im Tumor übersäuert, was das Absterben von Tumorzellen durch programmierten Zelltod (Apoptose) begünstigt.

Die Hitze kann zum direkten Absterben eines Teils der Tumorzellen führen (was noch keine Heilung bedeutet). Die Hyperthermie hat darüber hinaus noch weitere Funktionen, welche die Tumorzellen schwächen und angreifbarer für andere Therapien und Immunreaktionen machen.

Trotz der langjährigen wissenschaftlichen Arbeit ist die Hyperthermiein Deutschland bis heute kein Standardverfahren der Krebsbehandlung.In Holland ist sie eine Standardtherapie beim Zervixkarzinom (eine maligne Entartung des Gebärmutterhalses).

Die Ärzte versuchen schon seit rund einhundert Jahren Krebspatienten durch Überwärmung des Tumorgewebes zu behandeln. Was in Tumorzellen bei der Hyperthermie passiert ist im Detail immer noch nicht vollständig aufgeklärt. Ein Problem ist, wie kann man die Temperatur im Tumorgewebe zu kontrollieren.

Krebszellen können aufgrund ihrer primitiven Blutversorgung Wärme im Gegensatz zu gesundem Gewebe schlecht abführen. Das hängt damit zusammen, dass Tumorzellen einen anderen Stoffwechsel und eine andere Gefäßversorgung haben als gesunde Zellen. In den Krebszellen entsteht so ein Hitzestau, der zu einer Unterversorgung der Tumorzellen mit Sauerstoff und zur Nährstoffverarmung im Tumor führt. Diese Mangelerscheinung führt zu Störungen wichtiger Stoffwechselprozesse bei der Zellteilung und Zellerhaltung, wobei auch Reparatursysteme der Zellen ausfallen. So können thermische (durch Hyperthermie geschädigte) Zellbestandteile nicht ersetzt werden, was zum Absterben der Tumorzellen führen kann.

Aktivierung des Immunsystems

Ein weiterer Effekt der Hyperthermie ist die deutliche Aktivierung des körpereigenen Immunsystems. Untersuchungen haben weiterhin ergeben, dass Krebszellen bei einer Erwärmung auf ca. 42 Grad Celsius im Gegensatz zu gesundem Gewebe besonders geartete Eiweißstrukturen auf ihrer Oberfläche bilden. Diese Eiweißstrukturen, auch Hitzeschockproteine genannt, werden vom Abwehrsystem als körperfremd erkannt, so dass die Krebszellen vom Abwehrsystem zerstört werden können.

Hyperthermie wirkt also an zwei Fronten – Zum einen durch thermische Schädigung, zum anderen durch die Stimulierung des Immunsystems.

 

Risiko Lymphödem

Patienten, denen im Rahmen der Therapie Lymphknoten entfernt oder bestrahlt wurden, werden oft vor heißen Bädern, Saunabesuchen oder warmen Packungen gewarnt. Diese Anwendungen, heißt es, können das Auftreten eines Lymphödems, einer Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, begünstigen. Der Hinweis beruht auf der Überlegung, dass Hitze die Kreislauftätigkeit anregt. Dabei wird vermehrt Lymphflüssigkeit produziert. Wurden Lymphknoten entfernt oder beschädigt, kann die Lymphe schlecht aus dem Gewebe abtransportiert werden.

Hyperthermie Behandlungsvarianten

Hyperthermie kann man in lokale und regionale Hyperthermie und Ganzkörper-Hyperthermie unterteilen. Entscheidend ist, welche Temperatur in welchem Bereich über welchen Zeitraum entsteht. Als begleitende Behandlung solle sie eine Chemotherapie oder Bestrahlung besser wirken.

  • Lokale (Oberflächen-) Hyperthermie: wird bei begrenzten Tumoren angewendet,die dicht unter der Haut liegen, z.B. bei wiederkehrendem Brustkrebs, bei schwarzem Hautkrebs und nicht operablen Knoten am Hals.Der betroffene Bereich wird von außen mit Ultraschall, Radio- oder Mikrowellen bestrahlt. Die lokale Hyperthermie kann bei oberflächlichen, dicht unter der Haut liegenden Tumoren oder Metastasen zum Einsatz kommen.
  • Regionale Hyperthermie: behandelt Krebsherde, die tief im Körperinnerenverborgen, jedoch noch regional begrenzt sind, wie beispielsweise Tumoren im Becken oder im Darm, in den Armen oder Beinen.Es werden größere Körperregionen mit Ringapplikator (mit elektromagnetische Strahlen) erwärmt, wie zum Beispiel der Beckenbereich oder die Beine. So sollen auch tiefer liegende Tumoren und Metastasen behandelt werden. Der Patient liegt auf einer Liege in einer Art Ring, der die eigentlichen Strahler trägt. Sie erzeugen eine kontrollierbare Erwärmung. Um die elektromagnetischen Wellen zu leiten, ist der Patient außerdem in eine Art Wasserkissen gebettet. Überhitzungen im Normalgewebe lassen sich weitgehend vermeiden, die hohe Temperatur bleibt auf den Tumor beschränkt.
  • Die Teilkörper-Hyperthermie stellt eine Weiterentwicklung der RegionalenTiefenhyperthermie dar und eignet sich auch für größere, nicht begrenzte Tumorenim Unterbauch.
  • Ganzkörperhyperthermie: Der gesamte Körper wird erwärmt unter intensivmedizinischer Kontrolle auf Fiebertemperaturen.
    Bei der moderaten Form sind dies Temperaturen von 39 bis 40°C. Bei der extremen Form erreichen diese Temperaturen 41,5°C bis 42,5°C. Heute wird die Überwärmung mit elektromagnetischen Wellen oder Infrarot erzeugt.
    Diese Behandlung wird besonders bei bereits im Körper gestreuten Metastasen angewendet.
    Es zeigen sich positive Effekte auf Synergien zu Chemotherapie und Radiatio, andererseits auf komplexen immunologischen Mechanismen, welche die immunologische Abwehr gegen den Krebs erhöhen.
  • Interstitielle Hyperthermie: “Antennen” oder Sonden werden in den Tumor oder an dessen Oberfläche gebracht, die eine Erwärmung direkt im Inneren der Geschwulst ermöglichen. Dieses Verfahren zählt ebenfalls zur regionalen Hyperthermie. Bei Bedarf erhält der Patient eine örtliche Betäubung oder eine leichte Narkose.
  • Hypertherme Perfusion: Bei dieser Anwendung der regionalen Hyperthermie erhält der Patient eine erwärmte Flüssigkeit (zum Beispiel eine Chemotherapie-Lösung) durch die zuführenden Adern des mit Krebs betroffenen Körperteils. Auch die Spülung von Körperhöhlen mit einer heißen Lösung ist möglich. Der Ansatz ist in der Regel mit einem operativen Eingriff verbunden, der auch eine Narkose voraussetzt.
  • Hyperthermie mit magnetisierbaren Nanopartikeln: Hier werden winzige Teilchen, sogenannte Nanopartikel aus Eisen verwendet. Diese Teilchen können sich, abhängig von ihrer chemischen “Verpackung”, besonders gut in Tumorgewebe anreichern. Bei manchen Ansätzen bringen die Ärzte magnetisierbare Nanoteilchen auch direkt in den Tumor ein. Über ein elektromagnetisches Feld lässt sich eine Erhitzung dieser Teilchen steuern. Die zukünftige Bedeutung dieses Ansatzes lässt sich derzeit nicht abschätzen, da die wissenschaftliche Erforschung noch weitgehend am Anfang steht.

Die Technik der lokoregionalen Tiefenhyperthermie erzielt eine Erwärmung der Tumorzellen mittels hochfrequenter Wellen, wodurch es zu einem Sauerstoffmangel und Entwicklung eines intrazellulären sauren Milieus sowie zu einer Nährstoffverarmung im Tumor kommt. Hierdurch wird der Zellstoffwechsel erheblich gestört, so dass dies letztendlich zum Tod der Krebszelle (Apoptose) führen kann.

Eine Sonderform der regionalen Hyperthermiebehandlung ist die intraperitoneale hypertherme Chemotherapie, bei der auf 41°C-43°C erhitzte Chemotherapeutika in die Bauchfellhöhle eingeführt werden. Die ersten Ergebnisse aus Studien sind ermutigend: beim Magenkarzinom zeigen sie einen Vorteil bezüglich der Überlebensraten.

Erwärmungstemperatur

  • Bei der regionalen Hyperthermie wird nur die erkrankte Körperregion erwärmt, mit Zieltemperaturen von 40-44°C.
  • In Ganzkörperhyperthermie (GKH) und Bei der milden GKH wird eine Erhöhung der Körperkerntemperatur auf maximal 38,5°C angesteuert,
  • bei der extremen GKH, die nur unter Narkose und intensivmedizinischen Bedingungen durchgeführt werden darf, Temperaturen zwischen 41,5°C und 42°C.
  • bei der fieberähnlichen zwischen 38,5°C und 40,5°C

Wirksamkeit der Hyperthermie ist abhängig von erreichen der richtigen Temperatur im Therapiegebiet:

  • Synergistische Wirkung von Hyperthermie und Chemo-/Strahlentherapie: Im Temperaturbereich 40-42,5°C erfolgt eine Sensibilisierung der Tumorzellen für die Chemo- sowie Radiotherapie. Im gut durchbluteten Gewebe führt die Erwärmung zu einer Steigerung der Durchblutung und damit zu einer Erhöhung der lokalen Wirkstoffkonzentration der Chemotherapie.
  • Zelltod: Eine Erhöhung der Temperatur in biologischen Zellen auf über 42,5°C führt zum Zelltod (Nekrose) durch Denaturierung der Proteine. Solche Temperaturen werden während der Hyperthermietherapie in wenig durchblutetem Tumorgewebe erreicht.
  • Hitzeschockprotein-Produktion: Unterhalb des nekrotischen Bereichs (40-42,5°C) werden durch Wärmestress Hitzeschockproteine an der Tumorzelloberfläche und intrazellulär gebildet. Hierdurch wird möglicherweise eine Immunantwort des Körpers gegen die Tumorzellen induziert..

Im Gegensatz zur Fiebertherapie wird bei der Überwärmungstherapie durch wärmestauende Maßnahmen darauf geachtet, dass der Körper während der Behandlung keine Wärme abgibt

Ergebnisse aus randomisiert kontrollierten Studien (RCT) zur Hyperthermie gibt es bislang nur vereinzelt; es überwiegen Wirksamkeitshinweise aus einarmigen Pilotstudien und retrospektiven Fallserien. Am besten belegt ist bislang die Wirksamkeit regionaler Hyperthermie in Kombination mit Chemo- oder Radiotherapie bei einzelnen Tumorentitäten. Dazu zählt beispielsweise die kombinierte Hyperthermie- und Strahlenbehandlung von Patientinnen mit Zervixkarzinom (in Holland längst Standardterapie) und von Patienten mit Rektumkarzinom.

In Deutschland sind onkologische Hyperthermiebehandlungen außerhalb klinischer Studien grundsätzlich nicht vorgesehen. Die konkrete Handhabung könne aber je nach Krankenkasse variieren. Die Arbeitsgruppe Hyperthermie arbeite derzeit an Leitlinien, die ab Ende 2013 als Basis für erneute Verhandlungen mit den Kostenträgern dienen sollen.

Überwärmungsbäder (passive Überwärmung)

Ist möglich auch in der Badewanne zu durchführen. Das Bad soll bei Körpertemperatur beginnen, dann langsam heißes Wasser zufließen lassen, bis eine Wassertemperatur von 40°-41°C erreicht ist. Dauer des Bades ca. 30-45 Minuten, dann langsam und vorsichtiges abkühlen (bei empfindlichen Patienten nur der Extremitäten). Danach langdauernde Nachruhe und Nachbeobachtung. Bitte Blutdruck und Puls vor, während und nach Bechandlung prüfen.

Ich habe so einen Versuch gemacht. Ich bin in die Badewanne mit 38°C eingestiegen und Wasser mit Temperatur um die 46°C aus dem Wasserhahn zufließen liest, bis ich die Wassertemperatur in der Badewanne von 42°C erreicht habe. Ich habe dann 35 Minuten lang die Temperatur 41°-42°C gehalten.

Das war eine sehr lange und sehr anstrengende Zeit. Schon nach 20 Minuten war mir so heiß, dass ich nur durch starken Willen länger ausgehalten habe. Ich habe meine Arme und Beine meiste Zeit draußen gehabt, so dass nur mein Körper die ganze 35 Minuten im Wasser war. Mein Kopf war heiß und hat stark geschwitzt, habe ihn immer wieder mit kälterem Wasser abgekühlt und habe bisschen getrunken.

Das Bad hat mich sehr stark geschwächt. Mit Hilfe meiner Frau habe ich nach dem Bad ins Bett geschafft und viel getrunken und Schokolade gegessen um mich zu stärken. Mein Kopf war noch Stunden danach ganz rot, sah so aus wie verbrannt. Ich hatte auch starke Kopfschmerzen, musste Schmerztabletten nehmen.

Am nächsten Tag hatte ich immer noch Kopfschmerzen, aber fühlte mich sehr wohl, lebendig und glücklich, dass ich das geschafft habe.

Ob ich diesen Versuch noch irgendwann wiederholen werde, zweifle ich daran. Es war zu gefährlich und zu anstrengend für mich, wobei meine Frau, Krankenschwester, hat auf mich aufgepasst.

Wenn Jemand nicht ganz gesunden Blut-Kreislauf hat, bitte nicht nachmachen! Es war sehr anstrengend!

Sauna und Dampfbad

Bei der Sauna handelt es sich um eine von außen aufgezwungene Temperaturerhöhung. Der Körper setzt dabei alle Mechanismen in Gang, um die erhöhte Temperatur wieder los zu werden. Die Regelmechanismen des Körpers sind dabei überfordert. Der “Sollwert” für die Körperkerntemperatur, der im Zwischenhinrn festgelegt ist, bleibt unverändert.

Problem ist, wann errecht der Körper die Temperatur um die 40°C und wie wird das überwacht?. Dann mindestens 30 Minueten da bleiben. Wird noch möglich bei der Erwärmung noch zu Fuß aus der Sauna kommen können? Und wer überwacht den Kreislauf?

Die gleichmässige und anhaltende Durchwärmung bis tief in den Körperkern die bei Hyperthermie entscheidend für die Wirksamkeit der Therapie ist, ist mit Sauna oder Infrarotkabinen nur sehr schwer zu erreichen. Nach 20 Minuten Sauna kann die Tiefenwirkung der hohen Temperatur nicht erreicht werden.

Normalerweisedie Sauna, sich nicht auf die Wärmephase beschränken, sondern einen Wechselreiz darstellen. Kaltreize sind bei der Sauna unverzichtbar, im Interesse einer optimalen Wirkung sollen Wärmemaßnahmen immer mit einem Kaltreiz abgeschlossen werden. Bereits vor Jahrzehnten konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass ausschließliche Wärme-maßnahmen im Gegensatz zu einem Wechselreiz aus “warm” und “kalt” keine erwünschte, langfristig verbesserte Durchblutungsregulation der Haut zur Folge haben.

Milde Hyperthermiegrade, wie sie auch in der Sauna üblich sind, stimulieren das Immunsystem, hohe Hyperthermie-Grade wie bei Hyperthermie werden auch zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt.

Der Escape-Mechanismus der Krebszellen

In der Erforschung der Krebszellen tritt immer häufiger ein weiteres Phänomen in den Vordergrund: die Escape-Mechanismen der Krebszellen. Von Escape-Phänomenen spricht man, wenn es Zellen gelingt, sich zu verstecken, unsichtbar zu machen oder Botenstoffe auszusenden, die das Immunsystem des Menschen unterdrücken. Gegen diese Escape-Phänomene kann die herkömmliche Medizin mit Strahlen- und Chemotherapie nicht sehr viel ausrichten, da es diese körpereigenen entarteten Zellen geschafft haben, im Laufe der Behandlung auch gegen Strahlen- und Chemotherapie Abwehrmechanismen zu entwickeln.

Diese Fähigkeiten können nur zustande kommen, wenn es den Krebszellen gelingt, die Fähigkeit des Immunsystems auszuschalten. Das heißt, der Tumor wird als solcher nicht vom Immunsystem erkannt und wächst ohne Hemmungen munter vor sich hin.

Gerade die aktive Fiebertherapie verändert durch die hervorgerufenen Fieberstöße die Oberfläche der Krebszellen, aktiviert viele Botenstoffe, die wiederum das Immunsystem anregen, die Krebszellen zu erkennen und zu vernichten. Es gibt auch eine Reihe sehr potenter Medikamente, die die Information an und auf der Krebszelle über Botenstoffe so verändern, dass sie demaskiert, erkannt und beseitigt werden.

Fiebertherapie bei Krebs

Die Fiebertherapie ist nicht mit der Hyperthermie zu verwechseln. Während bei der Hyperthermie die Wärme von außen zugeführt wird, wird die Fiebertherapie durch körpereigene Reaktionen ausgelöst. Sie gilt daher als aktive Form der Hyperthermie.

Mit einer auf den Patienten individuell abgestimmten Dosis (zum Beispiel mit den Bakterien Polytoxinen Streptokokkus pyogenus und Serration macecens) werden Körpertemperaturen von 39 bis 40,5 Grad Celsius erzeugt.

Durch die Fiebertherapie wird das Immunsystem aktiviert damit der kranke Organismus die Möglichkeit bekomme, sich selbst zu regulieren und damit Heilungsprozesse einzuleiten.

Die aktive Fiebertherapie verändert durch die hervorgerufenen Fieberstöße die Oberfläche der Krebszellen, aktiviert viele Botenstoffe, die wiederum das Immunsystem anregen, die Krebszellen zu erkennen und zu vernichten. Es gibt auch eine Reihe sehr potenter Medikamente, die die Information an und auf der Krebszelle über Botenstoffe so verändern, dass sie demaskiert, erkannt und beseitigt werden.

Ein weiteres Phänomen dieser Therapie ist es, dass Krebszellen dazu bewegt werden können, wieder gesunde Zellen zu werden und sich dem Bauplan des Körpers zu unterwerfen.

Die Fiebertherapie ist in Deutschland keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Auf Antrag können jedoch im Rahmen einer individuellen Fallentscheidung die Kosten übernommen werden. Das Bundesverfassungsgericht hat im Dezember 2005 festgestellt, dass einem gesetzlich versicherten Patienten, der an einer regelmäßig tödlichen Erkrankung leidet, bestimmte Therapien nicht verweigert werden dürfen und dass die Kosten für solche Therapien durch die gesetzlichen Kassen übernommen werden sollten, wenn mit einer Besserung der Situation zu rechnen ist.

Hyperthermie bei Prostatakrebs, Prostataerkrankungen

Bei der Hyperhermie Behandlung wird oft die so genannte TURF (Transurethale Radio Frequenztherapie) angewendet mit zum Beispiel einem Radiofrequenzgerät PCT2000 der Firma Onco-Therm. Es wird zusätzlich zur Wärme ein elektrisches Feld aus Radiokurzwellen aufgebaut. Im Gegensatz zu den früher verwendeten Mikrowellen haben Radiokurzwellen eine größere Reichweite und wirken außerdem wesentlich weniger schädigend auf gesundes Gewebe. Bei der transurethalen Hyperthermie wird bei lokaler Betäubung durch die Harnröhre ein Katheter eingeführt, an dessen Ende eine Sonde befestigt ist. Diese Sonde fungiert als Sender, die Empfänger der Steuersignale, die über Radiofrequenzen übertragen werden. Über die Sonde werden die elektrischen Wellen durch das Prostatagewebe (Prostatakrebs) gesendet, wo sie in Wärme umgewandelt werden. Die Sonde selbst bleibt kalt, so besteht keine Verletzungsgefahr der Harnröhre.

Bei der benignen Prostatahyperblasie (BPH) führt eine Temperatur von 52,5°C zu den effektivsten Therapieergebnissen. Bei bis zu 50g schweren Prostata ist meist nur eine schmerzlose Behandlung von drei Stunden nötig. Die Therapie kann ambulant durchgeführt werden und hat im Vergleich zur Operation (Inkontinenz, Impotenz) selten Nebenwirkungen. Beim Prostatakarzinom sind im allgemeinen zwei Behandlungen von drei Stunden im Abstand von 48 Stunden notwendig, um genügend sicher die Krebszellen in der Prostata abzutöten.

Quelle: springermedizin.de, krebsinformationsdienst.de

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