Eierstockkrebs Ovarialkarzinom

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Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom

Ursachen, Risikofaktoren, Symptome, Untersuchung, Behandlung

Die Eierstöcke (Ovarien) gehören zu den inneren weiblichen Eierstockkrebs Ovarialkarzinom, EieleiterkrebsGeschlechtsorganen. Sie sind mandelförmig, mit einer Länge von ca. 2,5 bis 4 cm lang und liegen im kleinen Becken beidseits der Gebärmutter.
Sie sind von einer sehr dünnen Membran, dem sogenannten Oberflächenepithel, umhüllt.

In den Eierstöcken reifen die Eizellen der Frau. Diese sind von einer speziellen Zellschicht umgeben, in welcher der Hauptanteil der weiblichen Sexualhormone, der Östrogene und der Gestagene, produziert wird.
Beim Eisprung werden die reifen Eizellen von den Eileitern übernommen und zur Gebärmutter transportiert. Eine Erkrankung der Eierstöcke kann zur Unfruchtbarkeit führen. Eierstockkrebs kann einen oder beide Eierstöcke gleichzeitig befallen.

Eierstockkrebs bildet sehr früh im gesamten Bauchraum Tochtergeschwulste, so genannte Metastasen.

Die bösartigen Tumoren des Eierstocks (Ovarialtumoren) gehören zu den häufigeren Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Pro Jahr erkranken darauf in Deutschland etwa 9.960 Frauen, als fünfte häufigste Krebserkrankung.

Der Eierstockkrebs ist eine Erkrankung, die im höheren Lebensalter auftritt, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren. Aber auch jüngere Patientinnen können betroffen sein.

Mögliche Ursachen und Risiken

Es gibt keine eindeutige Ursache für Eierstockkrebs. Gewisse Faktoren und Lebensumstände können das Erkrankungsrisiko erhöhen. Am höchsten ist das Risiko, wenn eine Frau gleichzeitig mehreren Risikofaktoren ausgesetzt ist.
Die meisten Faktoren sind vom einzelnen Menschen kaum beeinflussbar.

Mögliche Risikofaktoren für Eierstockkrebs

  • Alter über 50 Jahre
  • Kinderlosigkeit, frühe erste Periode, späte Wechseljahre (denn dies erhöht die Anzahl von Eisprüngen im Laufe des Lebens)
  • familiäre Faktoren
  • eigene Brustkrebs-, Gebärmutterkörperkrebs– oder Darmkrebserkrankung
  • langjährige Hormonersatztherapie in den Wechseljahren
  • starkes Übergewicht
  • Schadstoffe (z. B. Asbest)

Als mögliche Schutzfaktoren gelten Ereignisse und Massnahmen, welche im Laufe des Lebens die Anzahl Eisprünge verringern, z. B. die Einnahme der Antibabypille, Schwangerschaften, Stillen.

Familiäres Krebsrisiko

Bei 5 bis 10% der Eierstocktumoren liegt wahrscheinlich eine genetische Veranlagung vor. Man spricht auch von hereditärem Krebsrisiko.
Mehr als 15 % der Frauen mit Eierstockkrebs tragen eine BRCA Genmutation.

  • Ein Hinweis auf ein familiäres Risiko sind Brustkrebs- oder Eierstockkrebsfälle in der Familie, besonders wenn diese bei jungen Frauen aufgetreten sind. Die entsprechenden Genveränderungen werden BRCA1 und BRCA2 genannt (von engl. BReast CAncer = Brustkrebs).
  • Eine weitere erbliche Veranlagung, die das Risiko für Eierstockkrebs erhöhen kann, ist der erbliche nicht-polypöse Darmkrebs (hereditary nonpolyposis colorectal cancer), kurz HNPCC genannt.

In davon betroffenen Familien besteht auch ein erhöhtes Risiko für Dickdarm- und Enddarmkrebs sowie für ein Endometriumkarzinom (Krebs der Gebärmutterschleimhaut).

Es ist immer noch unklar, warum eine Frau Eierstockkrebs bekommt, wenn keine genetische Ursache vorliegt. Um die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen ist die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt 1-2 Mal im Jahr notwendig.

Eierstockkrebs entsteht in der Regel aus dem Oberfächengewebe des Eierstockes (epithelialer Eierstockkrebs). Man unterscheidet verschiedene feingewebliche (histologische) Typen des Eierstockkrebses, da im Eierstock mehrere Zelltypen vorhanden sind. Neben dem Epithel können auch Keimzellen und Keimstrangzellen Ursprung bösartiger Tumoren sein.

Eierstockkrebs Informationsfilm:

 

Formen von Eierstocktumoren

Die Eierstöcke werden aus verschiedenartigen Geweben gebildet; entsprechend können sich Zellveränderungen in allen Zellarten des Eierstocks bilden und daraus unterschiedliche Tumorarten entstehen. Dabei ist die Grenze zwischen gut und bösartig nicht immer eindeutig zu ziehen.

Im Allgemeinen sind zwei von drei Tumoren der Eierstöcke gutartig. Jüngere Frauen haben oft gutartige Tumoren.
Zu den gutartigen Veränderungen gehören

  • Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Kapseln)
  • Endometriosezysten (als Folge einer «Fehlplatzierung» von Endometriumzellen außerhalb der Gebärmutter (lat. Endometrium = Gebärmutterschleimhaut),
  • gutartige Tumoren wie Dermoide (Teratome) und Fibrome (Bindegewebswucherungen).

Je nach Situation müssen gutartige Tumoren ebenfalls operiert werden.

Die häufigsten Formen von bösartigen Eierstocktumoren sind:

Ovarialkarzinome

Sie entwickeln sich aus der äußersten Gewebeschicht, die den Eierstock umgibt, aus dem sogenannten Oberflächenepithel (griech. epithel = Deckgewebe).
Ovarialkarzinome gehören zur Gruppe der epithelialen Ovarialtumoren. Sie machen 70% aller Eierstocktumoren aus.

Borderline-Tumoren

Sie gehören ebenfalls zu den epithelialen Ovarialtumoren und machen rund 15% der Eierstocktumoren aus. Sie weisen mehr oder weniger bösartige (maligne) Zellveränderungen auf, sind daher Grenzfälle (engl. borderline = Grenzlinie).
In der Regel wachsen sie weniger aggressiv und weniger invasiv (zerstörerisch) als Ovarialkarzinome, können sich aber dennoch in die Bauchhöhle ausbreiten.

Keimstrang-Stroma-Tumoren

Stroma ist die spezifische Zellart, die wie eine Hülle die Eizellen umschließt und in welchem u. a. die Hormone Östrogen und Gestagen entstehen. Die Keimstrang-Stroma-Tumoren sind nicht sehr bösartig.
Sie machen 5 bis 8% der Eierstocktumoren aus. Sie werden auch als gonadale Stromatumoren bezeichnet (von griech. gone = Geschlecht).

Maligne Keimzelltumoren

Sie machen etwa 5% der Eierstocktumoren aus und entstehen aus den Eizellen im Eierstock.

Risiko: Metastasen

Wegen der unmittelbaren Nachbarschaft der Eierstöcke zu anderen Organen des Bauch-Beckenraums können sich Eierstock-Krebszellen beispielsweise direkt auf der Gebärmutter, der Blase, dem Darm, der Kapsel von Milz oder Leber absetzen, in diese Organe einwachsen und Metastasen (Ableger) bilden. Auch das Zwerchfell, das Bauchfell und das Bauchnetz können befallen sein.

Zudem können Krebszellen über die Lymph- und Blutgefäße verschleppt werden und in anderen Organen Metastasen bilden.
Bei Eierstockkrebs sind die Oberfläche der Leber und das Lungenfell am häufigsten betroffen, relativ selten die Knochen und das Gehirn.

Eileiterkrebs (Tubenkarzinom)

Es handelt sich um eine eher seltene Krebserkrankung, die sich biologisch wie Eierstockkrebs verhält und auch entsprechend behandelt wird. Risiken und Ursachen sind weitgehend unbekannt.

Bauchfellkrebs

Bei etwa 10 bis 15% der Frauen mit einem diagnostizierten oder mutmaßlichen Eierstocktumor bildet sich im Bauchfell ein Tumor. Ist das der Fall, spricht man von einem Peritonealkarzinom oder von einem extra-ovariellen Karzinom.
Es wird auf dieselbe Weise behandelt wie Eierstockkrebs.

Häufiger breitet sich ein Eierstock oder Eileiterkrebs (oder der Tumor eines anderen Bauchorgans) ins Bauchfell aus, was als Peritonealkarzinose bezeichnet wird.

Peritonealkarzinose

Eierstock- oder Eileiterkrebs oder der Tumor eines anderen Bauchorgans kann sich auf das Bauchfell ausbreiten, was als Peritonealkarzinose bezeichnet wird. Manchmal sind einzelne Teile des Bauchfells befallen, manchmal das Ganze, was zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

Tumorartige Ableger in den Eierstöcken Ausgehend von Krebserkrankungen zum Beispiel des Magens, des Darms oder der Brust können sich Tumorzellen in den Eierstöcken ablagern.
Dies ist zwar selten, kann aber zu tumorartigen Metastasen in den Eierstöcken führen. Solche Tumorbildungen haben nichts mit Eierstockkrebs zu tun und müssen entsprechend anders behandelt werden.
Diese Art Tumorableger werden auch als «Abtropfmetastasen» oder als «Krukenberg-Tumoren» (nach ihrem Entdecker Friedrich E. Krukenberg) bezeichnet.

Eierstockkrebs Symptome, Beschwerden

Beim Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) sind bislang keine Frühsymptome bekannt, das heißt solche Beschwerden, die bereits in einem frühen Erkrankungsstadium auftreten. Durch ihre anatomische Lage kann es zu einer Vergrößerung der Eierstöcke kommen ohne Beschwerden zu machen.
Symptome machen sich meist erst ab einer gewissen Tumorgröße bemerkbar, vor allem dann, wenn der vergrößerte Eierstock auf benachbarte Organe drückt oder der Bauchumfang aufgrund der Flüssigkeitsansammlung im Bauch (Aszites) zunimmt.

Es gibt aber dennoch Anzeichen, bei denen sie prinzipiell hellhörig werden und zum Frauenarzt gehen sollten. Denn entdeckt man einen Eierstockkrebs frühzeitig, bestehen gute Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsaussichten.

Um mögliche Krebserkrankungen frühzeitig zu entdecken, sollten sie unbedingt regelmäßig, das heißt einmal im Jahr, zum Frauenarzt zu gehen.

Symptome die in Zusammenhang mit Eierstockkrebs auftreten sind:

  • Bauchumfangszunahme, verursacht durch Flüssigkeitsansammlungen im Bauch (Aszites). Ursache kann ein Krebsbefall des Bauchfells sein;
  • Unbestimmte Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl , Verstopfung;
  • Blutungen außerhalb der Regelblutung
  • Verbunden oft mit einer allgemeinen Müdigkeit und Erschöpfung.
  • andauernde Schmerzen im Unterbauch, die länger als drei bis vier Wochen bestehen bleiben;
  • Kurzatmigkeit, verursacht durch Flüssigkeitsansammlung im Bauch oder auf der Lunge bei Krebsbefall des Bauch oder Lungenfells;
  • bei gewissen Keimstrang- Stroma-Tumoren: Zyklusstörungen, Zwischenblutungen.

Manche dieser Beschwerden können auch auf andere, harmlosere Krankheiten zurückzuführen sein und bedeuten nicht unbedingt Krebs.

Untersuchungen

Anders als bei Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebs gibt es keine Methode zur Früherkennung von Eierstockkrebs.
Eierstocktumoren werden entdeckt, wenn eine Frau Beschwerden hat und diese vom Arzt oder von der Ärztin abgeklärt werden.

Hin und wieder werden Eierstocktumoren auch zufällig entdeckt, etwa anlässlich einer Routineuntersuchung bei der Gynäkologin (Frauenärztin), bei Abklärungen wegen ungewollter Kinderlosigkeit, bei der Unterbindung oder einem anderen chirurgischen Eingriff im Bauchraum.

In den meisten Fällen ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Bei einem Verdacht auf Eierstockkrebs bzw. für eine genaue Diagnose werden verschiedene Untersuchungen gemacht.

Wenn eine Vergrößerung des Eierstocks vorliegt kann diese bei einer Tastuntersuchung vom Frauenarzt erkannt werden.
Zur weiteren Abklärung eines auffälligen Befundes wird meistens die Ultraschalldiagnostik herangezogen. Weitere bildgebende Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) können in einzelnen Fällen bei der diagnostischen Abklärung unklarer Unterbauchtumore hilfreich sein. Letztlich können diese Verfahren nur eine Verdachtsdiagnose untermauern.
Eine feingewebliche Diagnosesicherung oder ein Diagnoseausschluß erfordern ein operatives Vorgehen.

Transvaginale Sonographie (Ultraschall-Untersuchung via Scheide)

Eine schmale Ultraschallsonde wird in die Scheide eingeführt.
Die Untersuchung ermöglicht, die normale Anatomie und Abweichungen davon im Bereich der Gebärmutter, der Eierstöcke und eventuell der Eileiter zu beurteilen.

Findet sich ein Tumor, kann eventuell allein schon sein Erscheinungsbild Hinweise auf die Art des Tumors geben. Auch Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle (Aszites) lassen sich erkennen. Tumoren mit weniger als 1 cm Durchmesser können mit den erwähnten bildgebenden Verfahren jedoch nicht sicher erkannt werden.

Diagnostische Operation

Ob ein Eierstocktumor gut- oder bösartig ist und wie weit er sich im Bauchraum ausgebreitet hat, kann nur mit einem chirurgischen Eingriff herausgefunden werden.
Dabei wird das Krankheitsstadium definiert.

Laboruntersuchung, Tumormarker

Der Tumormarker CA-125 ist ein Körpereiweis, das im Blut bei etwa 80% der Patientinnen nachgewiesen werden kann. Da es auch bei gutartigen Erkrankungen erhöht sein kann, besitzt der Wert nur eine eingeschränkte Verwertbarkeit bei der Diagnosestellung. Wertvolle Hinweise können Tumormarker jedoch in der Verlaufskontrolle der Therapie von Eierstockkrebs geben.

Bei malignen Keimzelltumoren werden zwei Tumormarker gemessen, sie werden als AFP und HCG bezeichnet.

Klassifikation und Stadieneinteilung

Die Stadieneinteilung kann erst nach erfolgter Operation vorgenommen werden. Im günstigsten Fall beschränkt sich der Tumor auf einen oder beide Eierstöcke. Es liegt dann ein Frühstadium vor. Mit zunehmender Ausbreitung kann sich der Tumor auf das Bauchfell des Beckens oder des Bauchraumes ausbreiten und dann weitere Organe wie Darm, Leber oder Milz befallen. Auch Lymphknotenabsiedelungen werden häufig gefunden.

Die feingewebliche Klassifikation wird anhand des Primärtumors vorgenommen danach richtet sich die weitere Therapie.

Behandlungsmöglichkeiten

Die hauptsächlichen Therapieverfahren sind:

  • Chirurgie (Operation),
  • medikamentöse Therapien (meistens Chemotherapie, seltener eine Antihormontherapie).

Operation, Operative Therapie

Bei Verdacht auf Eierstockkrebs ist bei nahezu allen betroffenen Frauen eine Operation notwendig. Sie hat zum Ziel:

  • die Diagnose zu sichern;
  • das Ausmaß der Erkrankung (Krankheitsstadium) festzustellen;
  • Tumor und Tumorherde wenn immer möglich vollständig zu entfernen oder zumindest zu reduzieren und befallene Lymphknoten zu entfernen; dadurch wird eine optimale Ausgangslage für eine anschließende Chemotherapie geschaffen und die Überlebenszeit verbessert;
  • allfällige Symptome wie Schmerzen im Unterleib, Verdauungsbeschwerden, Harnabflussstörungen, Atemschwierigkeiten etc. zu lindern.

Bei Frauen mit Kinderwunsch wird versucht, die Fruchtbarkeit zu erhalten. Leider ist dies nicht bei allen Patientinnen möglich.

Laparoskopische Operation

In sehr seltenen Situationen kann der Eingriff mittels Laparoskopie durchgeführt werden. Man bezeichnet dies auch als minimalinvasive Operationstechnik oder als Schlüsselloch-Chirurgie.
Das Laparoskop ist eine Art Stab mit aufgesetzter kleiner Kamera. Für den Eingriff muss der Bauch nicht eröffnet werden.
Laparoskop und Spezialinstrumente werden über kleine, maximal 1 cm lange Schnitte in der Bauchdecke eingeführt.

Ein großer Eingriff

Damit der gesamte Bauchraum überblickt und nach Tumorherden abgesucht werden kann, wird der Bauch mit einem Längsschnitt eröffnet, der vom Schambein bis über den Bauchnabel reicht. Man bezeichnet dies als Laparotomie. Die Operation dauert meist mehrere Stunden.

Je nach Lage und Verteilung des Tumors oder der Tumorherde, je nach Krankheitsstadium und Art des Tumors werden verschiedene Organe und Gewebe entfernt:

  • in der Regel beide Eierstöcke mit Eileitern; dieser Eingriff wird Salpingoophorektomie bzw. Adnexektomie genannt;
  • die Gebärmutter (Hysterektomie);
  • das Bauchnetz (Omentum), auch grosses Netz genannt; die entsprechende Operation wird als Netzresektion oder Omentektomie bezeichnet;
  • die benachbarten Lymphknoten (Lymphonodektomie) entlang der Beckenvenen (pelvine Lymphonodektomie) und der grossen Bauchvene/-arterie (paraaortale Lymphonodektomie);
  • der Blinddarm (Appendektomie);
  • möglicherweise Teile des Bauchfells (Peritoneum), befallene Teile des Darms, der Blase oder der Milz.
  • Eventuell vorhandenes Bauchwasser (Aszites) wird abgesaugt und auf Krebszellen untersucht.

Gewebeuntersuchung (Histologie)

Während der Operation (intraoperativ) wird das entnommene Gewebe histologisch untersucht (Schnellschnitt). So kann die genaue Diagnose gestellt bzw. bestätigt und der Tumortyp bestimmt werden.
Je nach Resultat wird dann die für den bestimmten Tumortyp notwendige Operation fortgesetzt.

Bei unklaren Befunden ist möglicherweise eine zweite Operation nötig (zweizeitiges Vorgehen).
Gewisse Gewebeproben müssen zunächst eingehender im Labor analysiert werden, bevor entschieden werden kann, welche Organe bzw. Organteile operativ entfernt werden sollten und welche belassen werden können.

Lynparza, Wirkstoff: Olaparib, Medikament gegen Eierstock-Krebs,

Wirkstoff: Olaparib, ein neue Wirkstoff chemisch hergestellt, erster Vertreter der Klasse der PARP-Inhibitoren; diese hemmen die Poly-ADP-Ribose-Polymerase (PARP), die für die DNA-Reparatur benötigt wird.

Der Wirkstoff wirkt bei Patienten mit BRCA1/2-Mutation, die mit Vortest festgestellt werden muss.

Lynparza (Olaparib) EU-Zulassung am 18. Dezember 2014
Die Zulassungsstudie belege eine Verlängerung des medianen progressionsfreien Überlebens auf 11,2 Monate im Vergleich zu 4,3 Monate mit Placebo.

Seit dem 1. Juni 2015 ist Lynparza (Olaparib) zur Erhaltungstherapie für Patientinnen mit Ovarialkarzinom in Deutschland verfügbar, teilt das Unternehmen AstraZeneca mit.

Chemotherapie

Neben der bestmöglichen Tumorentfernung durch eine Operation erfordert die Behandlung des Eierstockkrebses meistens eine anschließende Chemotherapie.
Beim Eierstockkrebs schließt sich in den meisten Fällen eine Chemotherapie an die Operation an.
Sie zielt darauf ab, eventuell noch verbliebene Krebszellen durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten.

Zytostatika sind Arzneimittel, die Zellen in ihrer Teilung hemmen und eine Abtötung schnell wachsender Zellen verursachen.
Besonders Tumorzellen teilen sich im allgemeinen schnell, während sich die meisten normalen Körperzellen langsamer teilen.
Beim Eierstockkrebs schließt sich in den meisten Fällen eine kombinierte Chemotherapie, die über sechs Zyklen, verteilt auf vier Monate, gegeben wird an. Im Frühstadium wird manchmal eine Chemotherapie bestehend aus nur einer Substanz als ausreichend erachtet.

Antihormontherapie

Als Alternative zu Zytostatika kann beim Ovarialkarzinom manchmal eine Antihormontherapie in Betracht gezogen werden. Sie ist gemäß bisherigen Erkenntnissen allerdings weniger wirksam als Zytostatika, hat aber geringere Nebenwirkungen.

Eine Antihormontherapie kommt meist dann zum Einsatz, wenn bei einem Rezidiv (Rückfall) eine weitere Chemotherapie nicht mehr wirksam ist, wenn die betreffende Frau die Chemotherapie nicht verträgt oder sie ablehnt.
Die Antihormontherapie beruht auf der Erkenntnis, dass das Wachstum von Eierstocktumoren durch Hormone begünstigt werden kann.
Eine Antihormontherapie kann die Bildung von Hormonen bzw. die Wirkung von Hormonen unterdrücken und somit das Wachstum von Krebszellen bremsen.

Die Antihormontherapie ist nicht zu verwechseln mit der Hormonersatztherapie, die den Hormonspiegel erhöht.

Palliative Therapie

(von lat. palliare = umhüllen, einen Mantel anlegen).
Wenn eine Heilung eher unwahrscheinlich ist, wird versucht, das Fortschreiten der Krankheit mit verschiedenen medizinischen Therapien hinauszuzögern, wobei auf eine möglichst gute Lebensqualität geachtet wird. In manchen Fällen ist es möglich, die Krankheit während Jahren in Schach zu halten.

Um Beschwerden wie Schmerzen oder Ängste zu lindern, stehen medizinische, pflegerische, psychologische und seelsorgerische Möglichkeiten offen.

Hat ein Tumor bereits Metastasen in anderen Organen gebildet oder tritt nach einer ersten Behandlung ein Rezidiv (Rückfall) auf, lässt sich die Krankheit in der Regel nicht heilen.
Der Krankheitsverlauf kann aber durch eine Therapie verlangsamt, d. h. für eine gewisse Zeit stabilisiert werden. Allfällige Beschwerden lassen sich dadurch weitgehend reduzieren.

Studien

Um die Heilungschancen zu verbessern, und um unseren Patienten viel versprechende neue Substanzen zugänglich zu machen führen wir regelmäßig Therapiestudien zum Eierstockkrebs durch. Diese beinhalten oft neue Medikamente oder monoklonale Antikörper, die Krebszellen gezielt angreifen.

Ernährung bei Eierstockkrebs

Im Normalfall ist bei Patienten mit Eierstockkrebs keine spezielle Diät erforderlich. Abführende Maßnahmen können bei Stuhlunregelmäßigkeiten im Einzelfall eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Postoperativ und während der Chemotherapie sollte eine leichte Kost bestehend aus mehreren kleinen Mahlzeiten genommen werden.

Quelle: Krebsliga Schweiz

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