Hautkrebs, Melanom, Basaliome

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Haut, Hautkrebs: malignes Melanom, Basaliome, Plattenepithelkarzinome

 

Haut Querschnitt

Haut

Hautkrebs, Tumore der Haut: malignes Melanom, schwarze, weiße, helle Hautkrebs, Basalzellkrebs. Hautkrebsvorsorge, Selbstuntersuchung, Symptome, Therapie.

Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Bei Erwachsenen hat sie eine Fläche von ungefähr 1,5 bis 2 m2. Sie bietet einen Schutz vor äußeren Einflüssen und ist an Krankheitsabwehr und Temperaturregulation beteiligt.

Die dünne Oberhaut (Epidermis) besteht aus übereinander gelagerten Epidermiszellen (Basalzellen, Stachelzellen, Hornzellen) und den Pigmentzellen (Melanozyten).

Die Lederhaut (Corium) besteht aus Bindegewebefasern und Blut- und Lymphgefäßnetzen und ist mit der Oberhaut über unzählige Zapfen verbunden. Hier befinden sich auch die Haarfollikel, Taig- und Schweißdrüsen. Auch die Nervenfasern zur Wahrnehmung von Tasten und Vibrationen sind hier platziert.

Die Unterhaut-Fettgewebe (Subcutis) besteht aus Bindegewebe und Fettzellen

Aufgaben der Haut

  • Sie reguliert die Körpertemperatur und einen Teil des Wasserhaushaltes, einerseits durch Absondern von Schweiß, andererseits indem sie vor Flüssigkeitsverlust schützt.
    normales Muttermal

    normales Muttermal

  • Sie dient als Kontakt- und Sinnesorgan, über das wir Empfindungen wahrnehmen, vom sanften Windhauch über Berührungen bis hin zum Schmerz.
  • Sie schützt den Körper vor Umwelteinflüssen wie Kälte, Hitze, UV-Strahlen, Chemikalien und wehrt auch Krankheitserreger wie Bakterien und Viren ab.
  • Sie kann bis zu einem gewissen Grad Stoffe und Medikamente, z. B. aus Salben, aufnehmen.
  • Sie kann mit Hilfe des Sonnenlichtes Vitamin D produzieren, welches für den Aufbau und den Erhalt unserer Knochen wichtig ist. Dieses Vitamin kommt in der Nahrung nur beschränkt vor.

Hautkrebs

Hautkrebs ist als eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen der Haut zu verstehen. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 200.000 Menschen neu an Hautkrebs, etwa 30.000 von ihnen an einem malignen Melanom.
Besonders häufig erkranken an einem Melanom  Erwachsene bis ca. 30 Jahre und ältere Personen über 50 Jahre.

Der häufigste Tumor ist Basalzellkarzinom mit 140 000 Neuerkrankungen pro Jahr, eine Form des hellen Hautkrebses.

In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Zahl der Erkrankungen an Hautkrebs verfünffacht.

Die entscheidende Rolle für die Entstehung von Hautkrebs spielt die UV-Strahlung der Sonne und von Solarien. Besonders gefährdet durch die UV-Strahlung sind das Auge und die Haut. Die UV-Strahlung aus künstlichen Quellen, z. B. in Solarien, unterscheidet sich in ihrer Wirkung auf die Haut nicht von solarer UV-Strahlung.

Das Hauptrisiko, an Hautkrebsart zu erkranken, ließt sich oft und einfach vermeiden lassen.

Bestimmte Stoffe wie Zusätze in Parfums oder Gesichtswässern können die Wirksamkeit der ultravioletten Strahlen sogar noch steigern.

Ganz ohne Sonne kommt der Mensch jedoch nicht aus. Sie wärmt, streichelt die Seele und fördert die Lebenskraft und Energie.

Sie sorgt dafür, dass der Körper Vitamin D bildet, das den Knochenbau stärkt. Allerdings würde es dafür reichen, Gesicht und Handrücken alle zwei Tage für zehn Minuten der Sonne auszusetzen.

Der auslösende Faktor für die Entstehung von Hautkrebs ist die Schädigung des Erbmaterials, der DNA durch UV-Exposition. Die meisten der durch UV-Strahlung geschädigten Zellen sterben zum Schutz der Haut ab. Wenn die DNA-Schäden in den Zellen nicht vollständig repariert werden, können diese Zellen zu Ausgangszellen für einen Tumor werden. Eine übermäßige UV-Exposition kann das Immunsystem schwächen, sodass die körpereigene Tumorüberwachung beeinträchtigt wird.

Sonnenstrahlung als Schutz gegen Hautkrebs

Der Mensch hat natürliche Schutzmechanismen, die ihn von Hautkrebs schützen:

  • Pigmentierung (das Melanin) und
  • Lichtschwiele (auch UV Schwiele genannt).

Eine moderate UV Exposition aktiviert die natürlichen Schutzfunktionen der Haut.

Wer seid Kindheit an häufig in der Sonne ist, hat offenbar ein geringes Risiko an Melanom zu erkranken.

Mehr darüber: => Sonnenstrahlung schützt gegen Hautkrebs

 

Hautkrebsvorsorge

Bei der gesetzlichen Krankenkassen können sich Versicherte ab 35 alle zwei Jahre untersuchen lassen. Einige Kassen bieten ihren Versicherten mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Leistung.

Es gibt inzwischen viele Betriebskrankenkassen und auch einige andere gesetzliche Kassen, die den Haut-Check auch für jüngere Mitglieder oder in jährlichen Abständen anbieten.

Die Untersuchung für das Hautkrebsscreening ist beim Hautarzt für gesetzlich Krankenversicherte kostenlos. Übernimmt ihre Krankenkasse die Hautkrebsvorsorge nicht, dann entstehen Kosten von 30 Euro pro Untersuchung.

Bei der Hautkrebsvorsorge wird die Haut des gesamten Körpers per Blickdiagnose auf verdächtige Hautveränderungen untersucht.

Auffällige Hautmale erhalten eine spezielle Lupenuntersuchung (Auflichtmikroskopie). Zeigt auch diese Untersuchung Auffälligkeiten, dann werden die entsprechenden Hautmale operativ entfernt und im Labor untersucht. Alternativ kann nach Absprache eine digitale Photo Dokumentation mit kurzfristigen Kontrolluntersuchungen erfolgen.

Selbstuntersuchung der Haut

Als Ergänzung zum Vorsorgeuntersuchung bei Arzt ist eine Selbstuntersuchung sinnvoll. Besonders die meist von der Sonne bestrahlten Stellen sollen beachtet werden:

  • Gesicht, auch in und hinter der Ohren
  • Kopfhaut, wenn beharrt, einen Kamm zur Hilfe nehmen
  • Handflächen, Handrücken, Nägel und Unterarme
  • Arme, Ellenbogen und die Achsel prüfen
  • Brust und Bauch kontrollieren
  • Rücken und Schulter vor einem Spiegel anschauen
  • Po und Beine, hier auch Spiegel benutzen
  • Beine, Fußsohlen und Fußrücken am besten im Sitzen prüfen
  • Genitalienbereich kontrollieren

 

Bei der regelmäßigen Selbstuntersuchung der Haut kann die ABCD-Regel helfen. Die steht für

A = Asymmetrie: Im Frühstadium kündigen sich ABCD-Regel HautkrebsMelanome häufig durch eine unsymmetrische Form an.

B = Begrenzung: An den Rändern scheint das Pigmentmal auszulaufen, es ist uneben, rau und zackig. Unregelmäßige Ränder und unscharfe Begrenzungen weisen auf potenzielle Melanome hin.

C = Colour (Farbe): Das Mal ist an einigen Stellen heller oder dunkler. Schwarze, dunkelbraune, bläuliche, rote, graue bis hautfarbene Areale an einem Mal deuten auf ein Melanom hin.

D = Durchmesser, Dynamik: Pigmentmale mit einem Durchmesser über zwei Millimeter sollten in jedem Fall beobachtet werden.

Computer – Hautscan

Es gibt über die normale Hautuntersuchung hinaus noch die Möglichkeit, eine computergestützte Lupenuntersuchung der Muttermale durchzuführen. Hier werden die Aufnahmen verdächtiger Hautmale von einem Computerprogramm ausgewertet und bei der jährlichen Nachuntersuchung auf Veränderungen überprüft.

Zusätzlich gibt es eine sog. Mole Map Untersuchung. Hier werden Großaufnahmen z.B. des Rückens jährlich vom Computer gescannt. Neu gebildete Muttermale können so identifiziert werden.

Die computergestützte Lupenuntersuchung oder die Mole Map Untersuchung wird einmal jährlich durchgeführt und kostet 70 Euro.

Dermascanner, Ganzkörperscanner

Forscher des Fraunhofer-Instituts gemeinsam mit der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie Magdeburg sowie den Partnern Dornheim Medical Images GmbH und Hasomed GmbH einen dermatologischen Ganzkörperscanner entwickelt, der Ärzte künftig bei der Hautdiagnostik unterstützen soll.

Mit dem Ganzkörper-Hautkrebs-Früherkennungssystem ist erstmals eine annähernd standardisierte Beurteilung von Zustand und Veränderungen der Haut möglich.

Der Scanner liefert standardisierte Daten, um die Haut zu beurteilen. Er ermöglicht zugleich eine verbesserte Verlaufsdokumentation jedes einzelnen aufgefallenen Leberflecks.

Zu Beginn der Untersuchung wird die Hautoberfläche des Patienten aus verschiedenen Positionen gescannt und in etwa 100 Einzelbilder unterteilt. Der Dermascanner erstellt zusätzlich 3D-Messdaten, die mit den 2D-Aufnahmen fusioniert werden.
Die Messdaten und Bildaufnahmen werden in eine Analysesoftware eingespeist, dort ausgewertet und durch eine automatische Klassifizierung vorsortiert.

Verschiedene Arten von Hautkrebs

Merkelzell-Karzinom

neuroendokrines (Merkelzell) Karzinom der Haut, Trabekuläres KarzinomMerkelzellkarzinom

Das Merkelzellkarzinom gehört zu den gefährlichsten Hautkrebsarten, weil es sich häufig ausbreitet und Metastasen bildet.
Etwa ein Drittel der Patienten stirbt an der Erkrankung. Bisher war diese Hautkrebsform selten und betraf hauptsächlich die über 70-Jährigen, seit einigen Jahren steigt jedoch die Häufigkeit auch bei jüngeren Menschen.
In der Bundesrepublik Deutschland ist mit ca. 300 Neuerkrankungen pro Jahr zu rechnen.
Bei Kindern tritt praktisch nicht auf.

Entsteht vor Allem in lichtexponierte Arealen, insbes. Kopf-Hals-Bereich (49%); seltener Extremitäten (33%) und Stamm (27%),  nicht auf Handflächen und Fußsohlen.
Aussehen: innerhalb weniger Wochen und Monate wachsender derber, rötlicher oder violetter, schmerzloser, halbkugeliger Knoten 1,0-4,0 cm groß. Die Oberfläche des Knotens ist glatt, selten auch krustig. In der Tiefe findet sich häufig eine eisbergartige Verbreiterung des Knotens.

Behandlung von Merkelzell-Karzinom:

ausoperieren mit Sicherheitsabstand (3 cm nach allen Seiten), mit nachfolgender Strahlentherapie.
Lymphknotenmetastasen und Metastasen der Lymphabstrombahn: Radikale Lymphadenektomie mit adjuvanter Strahlentherapie des Areals von Primärtumor und Lymphabflussgebiet.

Heilungschancen Merkelzell-Karzinom

5 Jahresüberlebensrate: Bei einem Durchmesser des Primärtumors (PT) < 2cm liegt diese zwischen 66-75%;
bei PT > 2cm bei 50-60%;
bei Vorliegen von Lymphknoten-Metastasen werden 5-Jahresüberlebensraten zwischen 42-52%,
bei Fernmetastasen um 18%.
Eine ungünstige Konstellation stellt die Kombination: männlich, Kopf-Hals-Region sowie ein Alter < 60 Jahre dar.

Melanom, “schwarzer Hautkrebs”

Hautkrebs, schwarzer-melanom

ist der bekannteste Hautkrebs. Melanome gehören zu den Krebsarten mit der höchsten Mortalität. Da sie kaum auf Chemotherapien ansprechen, ist die Prognose für Patienten, deren Tumor bereits gestreut hat, besonders schlecht.
Bei Patienten mit einem metastasierenden Melanom treten häufig Hirnmetastasen auf. Mit 95%
sind sie inzwischen die häufigste Todesursache.

Melanome entstehen meist aus Melanozyten, pigmentbildenden Zellen (gutartigen Leberflecken, Naevi), können sich aber auch neu bilden. Das maligne Melanom ist der bösartigste Hauttumor, weil er häufig Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet. In Deutschland erkranken hieran jedes Jahr etwa 24.000 Menschen neu. Mit zunehmendem Alter steigt die Erkrankungshäufigkeit deutlich an. Doch die Patienten werden immer jünger: Etwa 50 Prozent der Melanom-Patienten sind jünger als 60 Jahre. Die Zahl der Melanom Patienten verdoppelt sich derzeit alle zehn Jahre. Über 2.000 Menschen sterben jährlich daran.
Besonders häufig erkranken an einem Melanom  Erwachsene unter 30 Jahre und ältere über 50 Jahre.

Die Ursache scheint die intensiven UV-Belastungen zu sein. Den höchsten Risikofaktor stellt die Anzahl der am Körper vorhandenen Pigmentmale dar. Menschen mit mehr als 40 oder atypischen Pigmentmalen tragen ein 7- bis 15-fach höheres Risiko, am malignen Melanom zu erkranken. Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko um das Zwei- bis Dreifache.

Neben der UV-Bestrahlung spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle. Personen mit hellem Hauttyp (insbesondere Hauttyp I und II), mit rötlichen bzw. blonden Haaren, mit Neigung zu Sommersprossen, Sonnenflecken oder einem MM in der Familie haben, je nach Kombination der Risikofaktoren, ein mehr als 100-fach erhöhtes Risiko, im Verlauf ihres Lebens ein MM zu entwickeln.

Maligne Melanome können auf den ersten Blick harmlosen Pigmentmalen ähneln. Meist erscheinen sie als bräunlich, partiell schwarze bis rötlich graubläuliche Hautveränderungen. Bei einer genaueren Untersuchung können sie als maligne Melanome erkannt werden. Sie treten zu 80 Prozent an normalerweise bekleideten Körperstellen auf und entstehen auch am behaarten Kopf, unter Finger- und Fußnägeln wie auch an den Fußsohlen. Selten zeigen sie Symptome wie Juckreiz oder Blutungen.

Bei Verdacht auf ein Malignes Melanom werden auffällige Pigmentmale vom Hautarzt entfernt und feingeweblich untersucht. Bestätigt sich der Verdacht, richtet sich die Behandlung des Malignen Melanoms nach dem Tumordicke.

Im Frühstadium eines Tumors ist eine Heilung zu fast 100 Prozent möglich. Bei später entdeckten Tumoren sinkt die Heilungsmöglichkeit rapide ab.

Dermatologen von der Universität von Utah in Salt Lake City haben festgestellt, dass bei Patienten mit einem Melanom der Kopfhaut ist die Prognose schlechter als bei Patienten mit Melanomen an anderen Körperstellen.

Bei mehr als jedem Zweiten kommt es bereits innerhalb des ersten Jahres nach der Therapie zum Rezidiv.

Seit zwei Jahren wird das Immuntherapeutikum Ipilimumab zur Behandlung des fortgeschrittenen malignen Melanoms eingesetzt. Onkologen in Dana-Farber Cancer Institute in Boston, MA/USA, in einer ersten Phase-II-Studie zeigen, dass Patienten, die zusätzlich zur Immuntherapie mit Ipilimumab GM-CSF Sargramostim erhielten länger lebten, als die die nur Ipilimumab erhalten hatten.

Nach einem medianen Follow-up von 13,3 Monaten wiesen beide Gruppen ein vergleichbares Ansprechen auf (Tumorrückgang um elf bis 14 Prozent). Die 1-Jahres-Überlebensrate war unter der Kombinationstherapie jedoch signifikant höher (68,9 gegenüber 52,9 %). Dies entsprach einem um 35 Prozent niedrigeren Sterberisiko der Patienten, die Ipilimumab plus GMCSF erhalten hatten. Schwerergradige Nebenwirkungen waren unter der Kombinationstherapie seltener als unter der Monotherapie mit Ipilimumab.
! Eine Behandlung mit dem Wirkstoff Ipilimumab (Yervoy) kostet rund 120 000 Euro

Das Melanom unterscheidet sich von dem häufigeren gutartigen pigmentierten Hauttumoren. Die Unterscheidung wird durch einen erfahrenen Hautarzt bei klinischen Untersuchung und einer Auflichtmikroskopie durchgeführt.

Immuntherapie  bei Melanom

Beim ASCO 2016 wurden Studiendaten präsentiert, die zeigten, dass ein Drittel der Patienten mit  fortgeschrittenen, metastasierten malignem Melanom, dank Checkpoint-Inhibitoren, Aussicht auf ein Langzeitüberleben hat.
Mit einer Immuntherapie überlebt einer Studie zufolge ein Drittel der Patienten mit fortgeschrittenem Melanom.

Verschiedene Typen von malignen Melanomen:

  • Superfiziell spreitendes Melanom (SSM): etwa 57,4% allen malignen Melanomen; Diese häufigste Form wächst langsam (meist über einen Zeitraum von zwei bis vier Jahren) und zeigt sich als unregelmäßig pigmentierter, unscharf begrenzter Fleck. In der Mitte können helle Inseln entstehen. Im späteren Stadium kann das SSM auch erhaben werden (sekundär knotig). Bei Frauen findet sich das SSM häufig am Unterschenkel, beim Mann meist am Körperstamm.
  • Primär noduläres (knotiges) malignes Melanom (NM): etwa 21,4 % allen malignen Melanomen; die aggressivste Form mit der schlechtesten Prognose, relativ schnelles Tiefenwachstum. Es tritt gehäuft ab dem 55. Lebensjahr auf. Meistens befindet es sich am Rücken, an der Brust oder an den Extremitäten. Es hat eine braune bis braunschwarze Farbe mit glatter, warziger oder geschwüriger Oberfläche und starker Blutungsneigung.
  • Lentigo-maligna-Melanom (LMM): etwa 8,8 % allen malignen Melanomen; Bevorzugt sind die LMM in besonnten Arealen angesiedelt, wie Gesicht (etwa 90 %), Hals, Armen und Unterschenkeln. Es tritt meist bei älteren Menschen (ab dem 69. Lebensjahr) auf, wächst recht langsam und hat daher eine relativ günstige Prognose.
  • Akral-lentiginöses Melanom (ALM): etwa 4,0 % allen malignen Melanomen; Sein Aussehen ähnelt dem des LMM, es wächst aber deutlich schneller und aggressiver, betrifft bevorzugt dunkelhäutige Menschen in Afrika und Asien. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren.
  • Sonderformen: etwa 5% der Melanome, vor allem das Amelanotische Melanom (AMM) im Bereich der Extremitäten und Aderhautmelanom im Bereich des hinteren Augenabschnittes.

Sehr viel häufiger ist jedoch der „helle Hautkrebs“. Dazu zählen der Basalzell- und der Stachelzellkrebs. Das Risiko, an einer dieser sogenannten nichtmelanozytären Hautkrebsarten zu erkranken, steigt mit der lebenslang erworbenen UV-Dosis und daher mit zunehmendem Alter.

TNM-Klassifikation, Stadien Einteilung von Melanom

Der Krankheitsverlauf ist abhängig vom Stadium der Ausbreitung des Krebses. Keinen Einfluss auf die Prognose hat die Dunkelheit oder Helligkeit des Melanoms.

Die Stadieneinteilung erfolgt nach der sogenannten TNM-Klassifikation.

Sie beinhaltet eine Stadien Einteilung nach:

Primärtumor = T,

Absiedelungen in Lymphknoten = N

und Absiedelungen in andere Körperregionen = M.

Stadium T: keine Streuung des Tumors nachweisbar

  • Tis Tumor in situ, auf die Oberhaut begrenzt; der Tumor hat die Basalmembran noch nicht durchbrochen.
  • T1 Tumordicke höchstens 1 mm
  • T2 Tumordicke zwischen 1 und 2 mm
  • T3 Tumordicke zwischen 2 und 4 mm
  • T4 Tumordicke mehr als 4 mm

Steht zusätzlich ein kleines a, z. B. T2a, hat der Tumor nicht ulzeriert (wie bei einem nässenden Geschwür). Zusätzlich ein kleines b, z. B. T2b bedeutet, dass die Oberfläche des Tumors nicht mehr intakt, sondern ulzeriert ist.

Stadium N: Absiedelung von Metastasen in die nächstgelegenen Lymphknoten

  • N0 Die benachbarten Lymphknoten sind tumorfrei.
  • N1 In einem benachbarten Lymphknoten (Wächterlymphknoten) sind Mikrometastasen oder Makrometastasen nachweisbar.
  • N2 Metastasen finden sich in zwei oder drei benachbarten Lymphknoten und/oder es hat Mikro-, Makro-, Satelliten- oder Intransit-Metastasen
  • N3 Metastasen sind in vier oder mehr benachbarten Lymphknoten nachweisbar, zudem hat es Satelliten- oder In-transit- Metastasen.Zusätzliche kleine Buchstaben präzisieren die Diagnose:a Mikrometastasen (klinisch nicht feststellbar) in den Lymphknotenb Makrometastasen klinisch tastbar (palpabel) in den Lymphknotenc Satelliten- oder In-transit-Metastasen

Stadium M: Metastasen in weiter entfernten Lymphknoten oder anderen Organen

  • M0 Es sind keine Fernmetastasen nachweisbar.
  • M1 Es sind Metastasen vorhanden:
  • M1a auf oder in der Haut
  • M1b in der Lunge
  • M1c in anderen Organen (z. B. Knochen, Leber, Gehirn) oder Fernmetastasen

Diese Stadieneinteilung ist für die weitere Therapieplanung von großer Bedeutung.

 

Heller Hautkrebs

Die hellen Hautkrebsformen sind deutlich häufiger als Melanome. Sie unterscheiden sich vom schwarzen Hautkrebs bezüglich Verlauf und Therapie

Er wächst langsam und entsteht häufig im Gesicht oder an den Unterarmen. Im Anfangsstadium bemerkt man nur einen roten Fleck, der mit der Zeit verkrustet und auch bluten kann. Viele Patienten gehen erst sehr spät zum Hautarzt, da sie diese Hautveränderung nicht mit Krebs in Verbindung bringen.

Man verwechsle den Krebs oft erst mit einer kleinen Verletzung oder Hautunreinheiten. Dahinter verstecke sich oft schon ein weißer Tumor. Heller Hautkrebs ist zwar nicht so gefährlich wie der schwarze Hautkrebs (Melanom), kommt aber viel häufiger vor.

Seit einigen Jahren bemerken Hautärzte einen rapiden Anstieg bei den Neuerkrankungen. Viele halten sich in der Höhe oder am See auf und oft ohne Lichtschutz, daher steige auch bei jüngeren Patienten die Krebsrate.

Wird der helle Hautkrebs früh erkannt, kann er fast vollständig geheilt werden und nicht immer muss operiert werden.

Basalzellkrebs, Basalzellkarzinom, Basaliom,

Der Basalzellkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der Haut. Die Ursache fast aller Basalzellkrebse ist eine langjährige intensive Sonnenbestrahlung. Besonders betroffen sind Personen, die im Freien arbeiten oder sich in ihrer Freizeit intensiv der UV-Strahlung aussetzen. Basalium, Basalzellkrebs, BasalzellkarzinomAuch Menschen mit heller Haut, blonden oder roten Haaren und blauen, grünen oder grauen Augen tragen ein erhöhtes Risiko.

Basalzellkrebs bildet keine Metastasen, er frisst sich langsam durch Haut und Knochen und kann Knorpelgewebe und Knochen schädigen. Er entsteht in der Basalzelle, die sich in der untersten Schicht der Oberhaut (Epidermis) befindet und kann überall am Körper auftreten. Meist beginnt er als sehr kleiner, porzellanfarbener Knoten, durchzogen mit winzigen Blutgefäßen. Später bildet die Oberfläche in der Mitte eine Mulde mit wallartigem Rand. Der Basalzellkrebs kann auch andere Formen annehmen und ist schwierig von harmlosen Veränderungen wie flache Narben oder knötchenartigen Taigdrüsenwucherungen zu unterscheiden.

Am häufigsten tritt er auf der Nase, Ohren, Unterlippen, Nacken und den Händen. Der Krebs braucht ca. 30 bis 40 Jahre, bis er sich entwickelt. Am häufigsten erkranken deshalb Menschen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Inzwischen zunehmend auch viel jüngere Menschen am Basalzellkrebs erkranken.

Basalzellkarzinome, die am Ohr entstehen, sind histologisch deutlich aggressiver als an anderen Körperregionen (Quelle: Dermatologen um Dr. Patrick Mulvaney von der Brown University in Providence).

Für die verschiedene Typen von Basalzellkrebs stehen verschiedenen Behandlungsoptionen zur Verfügung, abhängig von individueller Wuchsform, Größe, Tiefenausdehnung und Lokalisation. Wird der Basalzellkrebs im Frühstadium entfernt, ist die Behandlung einfach und es bestehen gute Heilungsaussichten. Bei sehr oberflächlichen Frühstadien kann eine Vereisung oder Abschaben (Kürettage) der betroffenen Stelle helfen. Der Basalzellkrebs metastasiert nicht. Aber: Je größer der Tumor ist, desto umfangreicher ist die erforderliche Behandlung. Hier wird meistens ein plastischer Eingriff notwendig.

Die Wahrscheinlichkeit, von Basalzellkrebs geheilt zu werden, liegt derzeit bei bis zu 95 Prozent.

Medikamentöse Behandlung von Basalzellkarzinom: => Erivedge Vismodegib

 

Stachelzellkrebs, Plattenepithel-Karzinom

auch als spinozelluläres Karzinom, Spinaliom, Epithelioma spinocellulare oder verhornender Plattenepithelkrebs bezeichnet

Die Ursache für einen Stachelzellkrebs kann die jahrelange intensive UV-Strahlung. Besonders betroffen sind Personen die im Freien arbeiten oder regelmäßig Sonnenbäder nehmen. Auch Menschen mit heller Haut, blonden oder roten Haaren und blauen, grünen oder grauen Augen haben ein erhöhtes Risiko. Stachelzellkrebs ist die zweithäufigste Form von Hautkrebs.Aktinische Keratose, Stachelzellkrebs

Bei diesem Hautkrebs gibt es eine Vorstufe, die solare Keratose (aktinische Keratose, auch Licht-Keratose. Sie tritt häufig auf der Sonne ausgesetzten Körperteilen, wie: Nase, Stirn, Schläfen, Unterlippe und Handrücken. Bei Männern sind besonders auch die Ohren, der Nacken und gegebenenfalls die Glatze gefährdet.

Typisch für die solare Keratose ist eine schuppige oder krustige Erhebung auf der Hautoberfläche, die sich wie Sandpapier anfühlt. Sie ist nicht bösartig und lässt sich sehr gut behandeln.

  • Mit der Kältechirurgie: die betroffene Hautstelle wird einige Sekunden mit flüssigem Stickstoff behandelt.
  • Mit Salben und der photodynamischen Therapie, die sehr schmerzhaft sein kann, erzielt.

Wird die Vorstufe nicht entfernt, besteht ein erhöhtes Risiko, dass daraus Stachelzellkrebs entsteht. Dieser Hautkrebs kann metastasieren, wenn der Durchmesser etwa einen Zentimeter erreicht. Diese Tochtergeschwülste siedeln sich zumeist erst in unmittelbarer Nähe an, können jedoch auch lebenswichtige Organe befallen.

Am häufigsten erkranken Menschen um das 70. Lebensjahr an Stachelzellkrebs. Aufgrund der geänderten Freizeitgewohnheiten tritt dieser Hautkrebs aber zunehmend auch bei jüngeren Patienten auf.

Hat der Tumor noch eine Größe von weniger als einem Zentimeter, besteht eine Heilungschance von nahezu 100 Prozent.

Stadieneinteilung des Plattenepithelkarzinoms der Haut

Tabelle1: TNM-Klassifikation von Plattenepithelkarzinomen der Haut

 

TNM-Klassifikation

Tumormerkmale

TX

Primärtumor* kann nicht beurteilt werden

T0

Kein Anhalt für Primärtumor

Tis

Carcinoma in situ **

T1

Tumor 2 cm oder weniger in größter Ausdehnung ***

T2

Tumor mehr als 2 cm, nicht mehr als 5 cm in größter Ausdehnung

T3

Tumor mehr als 5 cm in größter Ausdehnung

T4

Tumor infiltriert tiefe extradermale Strukturen wie Knorpel, Skelettmuskel oder Knochen

NX

Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden

N0

Keine regionären Lymphknotenmetastasen

N1

Regionäre Lymphknotenmetastasen

MX

Das Vorliegen von Fernmetastasen kann nicht beurteilt werden

M0

Keine Fernmetastasen

M1

Fernmetastasen

 

Leberflecken, Pigmentflecken, Feuermale, Alterswarzen, Fettgewebsgeschwulste (Lipome)

sind gutartige Fehlbildungen der Haut, die sich unter Umständen in bösartige Geschwulste entwickeln können.
Besonders gefährdet sind Personen mit vielen Muttermalen.

Hyperpigmentierungen sind bräunliche Verfärbungen der Haut. Die dunklen Hautareale entstehen, wenn spezielle Zellen in der Haut an bestimmten Bereichen mehr vom Hautfarbstoff Melanin freisetzen.

Sommersprossen (Epheliden) treten schon bei Kindern auf, Altersflecken (Lentigo solaris) entstehen im Laufe des Lebens. Die Male können bräunlich, rötlich oder ockerfarben sein und sind meist nicht tastbar. Sie bilden sich überwiegend an Hautpartien, die besonders dem Licht ausgesetzt sind – im Gesicht beispielsweise, auf dem Dekolleté oder an den Händen.

Eine Sonderform der Pigmentstörung ist der Nävus pigmentosus, den man wegen seines Aussehens auch Café-au-Lait-Fleck nennt. Er ist gleichmäßig hell- bis dunkelbraun gefärbt. Ähnlich sieht der Nävus spilus aus, der handtellergroß werden kann und dunklere Einsprenkelungen aufweist. Beide Formen von Pigmentstörungen sind seit der Geburt vorhanden, können sich aber im Laufe des Lebens vergrößern.

Wie entstehen Pigmentflecken (Leberflecken)

Entstehung von Pigmentflecken (Leberflecken) kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • Erkrankungen die das Immunsystem schwächen z.B. eine Chemotherapie oder HIV-Infektion
  • Sonne bzw. die UV-Strahlung (betrifft vor allem Pigmentflecken im Gesicht, auf Handrücken, Dekollete).
  • Hormonelle Veränderungen wie zum Beispiel durch eine Schwangerschaft, die Pille oder die Wechseljahre (vorwiegend auf Stirn, Wangen und Oberlippe).einige Duftstoffe (z.B. Bergamottöl)
  • Einige Medikamente wie zum Beispiel Johanniskraut, Chemotherapie
  • Entzündliche Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Ekzeme

Harmlose Hautmale, Pigmentflecken und Altersflecken kann aus ästhetischen Gründen der Dermatologe entfernen.

Mit der Laserbehandlung werden die Pigmentansammlungen durch die Lichtenergie zertrümmert und anschließend von den Immunzellen entsorgt.

Mit einer Kältetherapie (Kryopeeling) wird die Oberfläche der Oberhaut mit flüssigem Stickstoff vereist, sodass sie abstirbt. Die Pigmentflecken können auch mit einem Skalpell abgeschliffen werden.

Auch durch Peelings mit Säuren lassen sich manchmal Pigmentflecken, die verwendeten Säuren müssen aberrelativ tief in die Haut dringen.

Ob eine Behandlung, sprich Entfernung, eines Muttermals oder auch Leberflecks notwendig ist beurteilt der Hautarzt (Facharzt für Dermatologie).

Muttermale am Kopf sollten entfernt werden, da sie durch Manipulation (Waschen, Kämmen und Bürsten der Haare) verletzt werden können und sich dadurch verändern und entzünden.

Vor dem operativen Eingriff wird die Haut um das Muttermal zuerst mit einem lokalem Anästhetikum betäubt. Nach dem mittels Skalpell Herausschneiden des Muttermals sind meistens ein bis zwei Stiche notwendig, um die Schnittwunde wieder zu verschließen. Der Eingriff gilt im Allgemeinen als risikoarm.
In der Regel bleibt, je nach benutzter Nahttechnik eine kleine Narbe zurück.

Eine Laserentfernung kommt fast ausschließlich bei der kosmetischen Leberfleckentfernung zum Einsatz. Bei dieser Methode können keine Proben für histologische Untersuchungen gewonnen werden.

Alterswarzen einer Frau

Alterswarzen

 

Die seborrhoische Keratose

ist der häufigste benigne Tumor der Haut, auch Alterswarzen genannt. Fast alle Menschen entwickeln im Alter unabhängig von exogenen Einflüssen seborrhoische Keratosen. Sie können an fast allen Stellen der Haut auftreten, bevorzugt im Gesicht, an den Handrücken und am Oberkörper. Fußsohle und Handinnenfläche werden ausgespart.

Die symptomlosen, harmlosen Tumoren entstehen über Jahre hinweg, sind zunächst flach, scharf begrenzt, zunehmend hyperpigmentiert und breiten sich horizontal aus. Seborrhoische Keratosen sind in der Regel im Durchmesser bis zu einem Zentimeter groß, können aber auch bedeutend größere Ausmaße annehmen. Sie fühlen sich fettig an – daher auch der Name. Da es sich um benigne Tumoren ohne Potenzial zur malignen Entartung handelt, wird keine Therapie empfohlen. Stark störende Befunde, die gegebenenfalls mit mechanischer Irritation, Blutung und Infektionsneigung einhergehen, können mittels Kürettage mit elektrischer Schlinge oder scharfem Löffel in Lokalanästhesie entfernt werden.

Helle Hautkrebs als Berufskrankheit

Ab Januar 2015 werden helle Hautkrebsarten in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen als Berufskrankheit Hautkrebs (BK 5103)

Betroffen sind der Sonne ausgesetzte Freiluftarbeiter wie Bauarbeiter, Dachdecker, Schiffer oder Bauern. In Deutschland arbeiten zwei bis drei Millionen Menschen in diesen Bereichen.

Erkrankte ein Freiluftarbeiter in der Vergangenheit an diesen Formen des hellen Hautkrebses, war es schwer, dies als Folge des Berufs geltend zu machen.

Die Unfallversicherung werde ab 2015 für die Erstattung der Kosten aufkommen.

 

 

Hautkrebs-Therapie

Da sie kaum auf Chemotherapien ansprechen, ist die Prognose für Patienten, deren Tumor bereits gestreut hat, besonders schlecht.

Operation

Die totale Entfernung des Tumors ist für jede Hautkrebs-Form die Therapie der Wahl. Je nach Art des Tumors ist dabei eine Sicherheitsrandzone zwischen 0,2 und 2 cm notwendig. Diese Sicherheitsrandzone ist wichtig, um das örtliche Wiederauftreten der Tumore möglichst zu verhindern.

Abhängig von der Tumorart, vom Sitz des Tumors, vom Stadium der Erkrankung, von der Größe der

notwendigen Sicherheitszone und den allfällig notwendigen Operationen wird zu entscheiden sein, ob die Operation ambulant oder stationär beziehungsweise in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden muss.

Sind die Tumoren weit fortgeschritten und dementsprechend groß, können sich unter Umständen kosmetische Probleme ergeben, da sich die Operationswunde nicht einfach verschließen lässt: In diesen Fällen muss zum Beispiel eine Hautübertragung (Transplantation) vorgenommen werden.

Basalzell-Karzinom und Plattenepithel-Karzinom

Die Standardbehandlung von Basalzell- und Plattenepithel-Karzinomen ist die vollständige operative Entfernung. Sie kann in den meisten Fällen in örtlicher Betäubung durchgeführt werden und ist mit einer relativ geringen Belastung für den Betroffenen verbunden.

Die sichere Kontrolle, ob mit der Operation der gesamte Tumor entfernt wurde, kann durch eine spezielle Aufarbeitung des Gewebes mit anschließender Untersuchung unter dem Mikroskop sichergestellt werden.

Bei größeren Tumoren oder ungünstiger Lage (z. B. in der Nähe des Auges) wird die Operation in mehreren Schritten durchgeführt:

  • Wenn nach der Entfernung und mikroskopischen Kontrolle noch Tumorreste vorhanden sind, werden diese in einer zweiten Operation entfernt und erneut kontrolliert. Erst danach erfolgt der Wundverschluss durch spezielle operative Techniken, um ein kosmetisch gutes Ergebnis zu erzielen.
  • Andere Verfahren wie Bestrahlungen oder Vereisung des Tumors kommen nur in besonderen Fällen zum Einsatz, z. B. wenn eine Operation aufgrund des Alters oder einer schweren Erkrankung des Betroffenen nicht in Frage kommt.

Maligne Melanom

Die Therapie der Wahl ist die operative Entfernung des malignen Melanoms. Sollten bereits Metastasen aufgetreten sein, dann gilt es, alle operierbaren Tochtergeschwülste zu entfernen.

Die chirurgische Entfernung des Tumors wird mit einem Sicherheitsabstand durchgeführt, der rund 1 cm beträgt.

Da sie kaum auf Chemotherapien ansprechen, ist die Prognose für Patienten, deren Tumor bereits gestreut hat, besonders schlecht.

Bei manchen Melanomen reicht jedoch die alleinige Operation des Tumors langfristig nicht. Ab einer

Eindringtiefe des Melanoms > 1,5 Millimeter spricht man daher von einem Risikomelanom. Dies

bedeutet, dass auch ohne Nachweis von Metastasen im Körper zum Zeitpunkt der Diagnose, ein gewisses Restrisiko für die Entwicklung einer Metastasierung besteht.

Häufig wird im Rahmen der Erstoperation eine so genannte „Sentinel-Lymphknoten-Biopsie” durchgeführt.

Als Sentinel – oder Wächterlymphknoten – werden der oder die Lymphknoten bezeichnet, die als erster im Lymphstrom hinter dem Melanom geschaltet sind.

Die theoretische Grundlage besteht darin, dass wenn diese Lymphknoten nicht befallen sind, man mit großer Sicherheit davon ausgehen kann, dass auch keine anderen nachgeschalteten Lymphknoten einen Tumorbefall aufweisen.

Bei der Sentinel-Lymphknoten- Biopsie wird der Tumor mit einem Farbstoff und einer radioaktiv markierten Substanz umspritzt, so dass die Lymphabflusswege des Tumors zu den benachbarten Lymphknoten darstellbar werden. Auf diese Weise lassen sich die Wächterlymphknoten des Tumors erkennen. Die feingewebliche Untersuchung dieser Lymphknoten ist für die Diagnostik und weitere Therapieplanung von großer Bedeutung.

 

Kältechirurgie

Solare Keratosen, eine Vorstufe des Stachelzellkrebses, werden häufig mit der Kältechirurgie entfernt: Hierbei wird die betroffene Hautstelle über wenige Sekunden mit flüssigem Stickstoff behandelt, der eine Temperatur von -196 °C hat.

Die Strahlenbehandlung

Inwieweit eine Strahlenbehandlung erforderlich und sinnvoll ist, hängt von der Art der Erkrankung und vom jeweiligen Einzelfall ab. Wird ein Tumor mit Strahlen (Radiotherapie) bekämpft, sollen diese die Tumorzellen abtöten und den Betroffenen heilen.

Ionisierende Strahlen verändern das Erbgut der Zellen. Normale, gesunde Zellen können solche Schäden meistens reparieren. Bei Krebszellen funktioniert dieses Reparatursystem nicht so gut.

Deshalb können sie die Schäden, die die Bestrahlung verursacht hat, nicht beheben: Die Krebszellen sterben ab.

Die Strahlen, die dabei zum Einsatz kommen, lassen sich mit denjenigen vergleichen, die bei einer Röntgenuntersuchung verwendet werden. Ihre Energie ist jedoch sehr viel höher, und dadurch können sie besser und tiefer in das Gewebe eindringen.

Das Hautfeld, auf das sich die Bestrahlung richtet, wird mit einer Computertomographie genau festgelegt; dadurch können die umliegenden Organe weitgehend geschont werden.

Bei Melanompatienten wird die Radiotherapie in der Erstbehandlung kaum eingesetzt.

Immunsystem

Patienten mit fortgeschrittenen Melanomen profitieren auch von immuntherapeutischen Behandlungen. Das Highlight:

Ipilimumab

ein monoklonaler Antikörper, blockiert CTLA-4 (Cytotoxic T-Lymphocyte Antigen 4) und sorgt für stärkere, T-Zell-vermittelte Immunreaktionen. Wie die zulassungsrelevante Phase III-Studie zeigte, lebten nach zwei Jahren noch 24 Prozent und nach fünf Jahren noch 18,5 Prozent aller Melanompatienten, die Ipilimumab zur Second-Line-Therapie erhielten. Im Vergleich zur Behandlung mit Glycoprotein 100 verlängerte sich die Lebenszeit um mehr als drei Monate. Wegen des Schadenspotenzials für schwere und schwerwiegende immunvermittelte, unerwünschte Ereignisse wurde der Zusatznutzen von Ipilimumab gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie von „erheblich“ auf „beträchtlich“ herabgestuft. Als Dosierung kommen beim Induktionsregime 3,0 Milligramm pro Kilogramm alle drei Wochen zum Einsatz, und zwar insgesamt vier Einzeldosen. Anstelle von Ipilimumab untersuchten Wissenschaftler auch bispezifische Antikörper. Diese binden Oberflächenstrukturen auf Tumorzellen und auf T-Zellen.

Erste Erfolge gibt es bei Lymphompatienten mit dem Antikörper Blinatumomab. Diese Strategie könnte auch gegen Melanome helfen. Bei Patienten mit hohem Rezidivrisiko lohnt es sich wiederum, mit Interferon alfa-2b adjuvant zu behandeln. Eine prospektive, randomisierte Studie hat ergeben, dass sich sowohl das Gesamtüberleben (3,8 versus 2,7 Jahre) als auch das rezidivfreie Überleben signifikant verlängerten. Nach einer Induktion mit täglich 20 Millionen I.E./m2 sollte sich eine Erhaltungstherapie mit 10 Millionen I.E./m2 anschließen.

Iin einer Studie mit insgesamt 142 Patienten zeigte sich, dass eine Kombination von Nivolumab mit Ipilimumab bei 61 Prozent der Probanden mit fortgeschrittener Melanomerkrankung ein objektiv feststellbares Ansprechen auf die Behandlung brachte. Verwendete man Ipilimumab allein war das nur bei elf Prozent der Fall.

B-Raf

Speziell bei fortgeschrittenen Melanomen mit B-Raf-V600E-Mutation hat sich Dabrafenib bewährt, ein Inhibitor der B-Raf-Kinase. Dieses Protein steuert Wachstum und Überleben von Zellen, sprich Apoptose und Proliferation, über den RAS-RAF-Signalweg. Jeder zweite Tumor weist entsprechende Erbgutveränderung auf, was vor Therapiebeginn über Real-Time-PCR zu testen ist. Zuletzt präsentierten Ärzte der American Society of Clinical Oncology (ASCO) Resultate ihrer randomisierten Phase-III-Studie BREAK-3. Aufgenommen wurden 250 Patienten mit nachgewiesener Anomalie im Erbgut. Sie erhielten entweder Dabrafenib oder das Zytostatikum Dacarbazin. Signifikante Unterschiede zeigten sich beim progressionsfreien Überleben (5,1 versus 2,7 Monate). Daten zum Gesamtüberleben gab es bei der ASCO-Jahreskonferenz noch nicht – schließlich wurden nach wie vor rund 57 Prozent aller Probanden im Dabrafenib-Arm behandelt. Laut einer Phase-II-Studie profitieren Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem Melanom besonders von der Therapie, um Hirnmetastasen zu kontrollieren. Neben dem bereits erhältlichen Vemurafenib steht damit ein weiterer Inhibitor der mutierten B-Raf-V600E-Kinase kurz vor seiner Zulassung. Bei Vemurafenib haben sich der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung und der Hersteller Roche im Juni auf einen Erstattungsbetrag verständigt. Die „rote Liste“ nennt hier 2.888,50 Euro für 56 Tabletten zu je 240 Milligramm. Patienten sollten zwei Mal täglich 960 Milligramm des Wirkstoffs einnehmen.

Wirkstoff: Trametinib,

Medikament gegen Melanome für Patienten mit inoperablem oder metastasiertem Melanom mit BRAF-V600-Mutation (personalisierter Ansatz).
Voraussichtlich erstes Medikament der Klasse der MEK-Hemmer, sie blockieren einen Signalweg in den Krebszellen für Signale zur Zellteilung.
EU-Zulassung am 30. Juni 2014, in Deutschland ist im Rahmen eines Härtefallprogramms (Compassionate Use) bereits verfügbar.

 

Die Arbeiten zeigen, dass Patienten selbst mit fortgeschrittenen Hautkrebsformen gute Chancen haben, ihr Leben zu verlängern. Nicht immer profitieren sie von der bestmöglichen Behandlung, wie eine Arbeit aus „JAMA Internal Medicine“ jetzt zeigt. Dermatologen aus San Francisco nahmen 1.500 Patienten mit Hautkrebs vom Nicht-Melanom-Typ in ihre prospektive Kohortenstudie auf und beobachteten über neun Jahre deren weiteres Schicksal, ihre Resultate sind mehr oder minder allgemeingültig. Dabei hatten 332 Teilnehmer aufgrund von Komorbiditäten oder aufgrund ihres Alters per se eine deutlich eingeschränkte Lebenserwartung. Ärzte berücksichtigten diese Kriterien aber nicht für therapeutische Entscheidungen, heißt es im Artikel. Vielmehr versuchten sie bei 69 Prozent aller Patienten mit limitierter Lebenserwartung, den Tumor chirurgisch zu entfernen. Hinzu kamen Kryotherapien, Laserbehandlungen, Kürettagen oder Bestrahlungen. Lediglich in 3,3 Prozent aller Fälle unterblieben weitere Therapien. In der Gruppe mit eingeschränkter Lebenserwartung waren nach fünf Jahren 43 Prozent und nach zehn Jahren sogar 77 Prozent verstorben – abert nicht an Hautkrebs.

Eine Arbeit im „British Journal of Dermatology“ (Quelle: /news.doccheck.com) untersucht, welche Parameter das Überleben von Patienten beeinflussen. Forscher werteten Daten von 37.155 Patienten aus, bei denen ein Melanom nachgewiesen wurde. Generell lag die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 92 Prozent (Frauen) beziehungsweise 87 Prozent (Männer). Noduläre maligne Melanome hatten vergleichsweise schlechte Prognosen – verbunden mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von 81 beziehungsweise 71 Prozent. Hingegen zeigte sich bei superfiziell, also oberflächlich spreitenden Melanomen sowie bei radial beziehungsweise horizontal wachsenden Lentigo-maligna-Melanomen im Beobachtungszeitraum kein signifikanter Unterschied zur Mortalität der Gesamtbevölkerung. Auch fanden Forscher heraus, dass trotz unauffälliger Ergebnisse bei der Biopsie von Wächterlymphknoten Rezidive auftreten. Dazu untersuchten sie Krankenakten von 515 Patienten mit einem malignen Melanom und fanden in vier Prozent aller Fälle falsch negative Resultate. Besonders häufig traten Rückfälle bei ulzerierenden, tief reichenden Läsionen auf. Die Autoren weisen darauf hin, dass Rezidive selbst nach acht Jahren und mehr entstehen – eine Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren reicht nicht aus.

Bei lokal fortgeschrittenen Basalzellkarzinomen bietet Vismodegib, ein Inhibitor des Hedgehog-Signalwegs, künftig therapeutische Alternativen. In den Staaten kommt der Arzneistoff bereits bei fortgeschrittenem oder metastasierendem Basalzellkarzinom zum Einsatz, falls Bestrahlungen oder OPs nicht mehr zum Ziel führen. Jetzt gaben auch europäische Zulassungsbehörden ihren Segen. Bei der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie erhielten 96 Patienten mit inoperablem Karzinom 150 Milligramm Vismodegib pro Tag. Erfolg stellte sich bei 43 Prozent der lokal fortgeschrittenen Karzinome und bei 30 Prozent der metastasierenden Karzinome ein, und Tumore schrumpften. Jetzt plant Roche Studien mit Teilnehmern, die ein operables Basalzellkarzinom haben.

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2 Kommentare

  1. Michael Brehmer

    Hallo,
    als Ergänzung Ihrer sehr informativen Ausführungen möchte ich Sie über eine neue Behandlungsmethode von aktinischen Keratosen informieren, die bei mir erfogreich durchgeführt wurde.
    Es handelt sich dabei um eine Salbe mit dem Namen “Picato“, die einen Wirkstoff aus einem Wolfsmilch-gewächs enthält. Sie ist selbst bei fortgeschrittener AK indiziert und garantiert eine vollständige Ausheilung, wie es sich bei mir gezeigt hat.
    Die Auftragung erfolgt zwei Mal im Abstand einer Woche und erzeugt eine Wundreaktion die nach einem Monat vollständig ausheilt. Selbst jahrelang bestehende OP resistente Stellen am Schienbein wurden damit erfolgreich behandelt.
    Vielleicht könnten Sie diese Behandlungsmetode in ihre Ausführungen mit aufnehmen.
    Da auch eine Selbstmedikation hier in Frage käme, wäre dies ein gangbarer und weitgehend nebenwirkungs-freier Weg, diese Erkrankung in den Griff zu bekommen.

    mfG
    Michael Brehmer

  2. Halllo nach Operatoion von scwarzen Hautkrebs am rechten Schienbein ,kam der nach 3Jahren mit aller Härte wieder. da ich schon Situ 3 hatte und eine sehr große Narbe , machte ich die Therapie mit Herpesspritzen., die mir nahe gelegt wurde. hatte zwar große Nebenwirkungen ,bekam die Spritze alle 14 Tage. hatte alle Nebenwirungen wie bei der Chemo nur diehaare fielen nicht aus. man sagte mir das ichextrem daraufreagiere dasist gut so . sollte das minimum ein Halbes Jahr bis 8 Mobnate mit machen kurzer Sin nach der 8 Spritze wure nichts mehr gefünden auch nach einen halben Jahr nicht – so ist das eie Alternative !!

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