Wilms Tumor, Nephroblastom

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Wilms Tumor, Nierenkrebs bei Kindern

Wilms Tumor ist ein bösartiger Tumor in oder an den Nieren, Wilms Tumor, Nephroblastomder nur bei Kindern auftritt, bei ca 95% der Fälle ist nur eine Niere betroffen.

Ca. 150 Kinder erkranken jährlich in Deutschland an diesem Tumor. Ein Wilms Tumor ist in den meisten Fällen heilbar, die Heilungschancen liegen bei über 90 Prozent

Die Entstehung dieses Tumors ist noch nicht geklärt. Wahrscheinlich wurde bei Zellteilung im Zellkern einer Nierenzelle ein Teil der DNA beschädigt.

Die Bezeichnung Wilms-Tumors stammt von dem deutschen Arzt Max Wilms, der diese Krankheit im Jahr 1899 zum ersten Mal beschrieben hatte.
Andere Bezeichnung für den Wilms Tumor ist Nephroblastom. Nephro“ stammt von Nephros, dem griechischen Wort für Niere, und „Blastom“ bedeutet Neubildung.

Symptome und Beschwerden von Wilms Tumor, Nephroblastom

In der Anfangsphase müssen über einen längeren Zeitraum keine Beschwerden auftreten.

Als erste Anzeichen ist meistens ein schmerzlose, einseitig angeschwollener Bauch. In seltenen Fällen kommt es zum Auftreten von blutigem Urin oder zu einem Bluthochdruck.

Es ist festzustellen, dass mit dem Kind bereits längere Zeit etwas nicht stimmt, das Kind ist schlapp, müde, lustlos, ist ihm schlecht, manchmal fiebert oder hat keinen Appetit mehr.

Diagnostig, Untersuchungen

Sind bei dem Kind bereits Symptome aufgetreten, wird der Arzt den Bauchraum nach Knoten abtasten und Blut- und Urintests durchführen.
Leider sind bisher keine speziellen Laborparameter für einen Wilms-Tumor bekannt.

Mit einer Ultraschalluntersuchung können Informationen über die Lage, Größe und den vermeindlichen Ursprung des Tumors gewonnen werden.

Andere mögliche Untersuchungen sind Computer Tomographie CT und (Magnetresonanztomographie MRT. Mit diesen Metodhen wird der Körper des Kindes Schritt für Schritt millimetergenau untersucht.

Wird ein Gewebe gefunden, das verdächtig aussieht, wird Entnahme einer kleinen Gewebeprobe (Biopsie) notwendig. Das Gewebe wird dann unter dem Mikroskop untersucht.

Wilms Tumor Stadien

Auf Basis von den Untersuchungen wird eine Stadien Einteilung durchgeführt, um einen Behandlungsplan zu ausarbeiten. Einteilung von Wilms Tumor Stadien:

  • Stadium I: Der Krebs wird nur in den Nieren gefunden und kann durch eine Operation vollständig entfernt werden.
  • Stadium II: Der Krebs hat sich auf das die Nieren umgebende Gewebe ausgebreitet: in Fettgewebe, Weichteilen, Blutgefäßen oder dem Nierenbecken. Der Krebs kann operativ vollständig entfernt werden.
  • Stadium III: Der Krebs hat sich auf das Gewebe in der Nähe der Niere ausgebreitet, kann aber operativ nicht vollständig entfernt werden. Der Krebs hat sich wahrscheinlich schon auf Blutgefäße oder Organe in der Nähe der Nieren ausgebreitet, oder der Krebs hat sich im gesamten Bauchraum ausgebreitet. Durch eine Operation ist nicht mehr möglich das ganze Tumorgewebe zu entfernen. Der Krebs kann sich auch auf die Lymphknoten in der Nähe der Nieren ausgebreitet haben
  • Stadium IV: Der Krebs hat sich auf weit von den Nieren entfernt liegende Organe ausgebreitet, etwa die Lunge, die Leber, Knochen oder das Gehirn, bildet so genannte Fernmetastasen.
  • Stadium V: Der Krebs wird in beiden Nieren gefunden.
  • Rezidiv: Der Krebs ist nach einer Therapie wieder aufgetreten (Rückfall). Er kann am alten Ursprungsort oder in anderen Teilen des Körpers wieder ausbrechen.

Therapie, Behandlung:

Bei Kindern, die älter als 6 Monate und jünger als 16 Jahre sind wird eine Chemotherapie mit Actinomycin D und Vincristin durchgeführt.

Bei den anderen Kindern wird an erster Stelle die Operation zur Tumorentfernung gewählt.
Bei der “Partiellen Nephrektomie” wird der Tumor und einen Teil des Nierengewebes um den Krebs herum entfernt.
Bei der “Einfachen Nephrektomie” wird die ganze Niere entfernt. Die verbleibende Niere übernimmt die Aufgaben der entfernten Niere.
Bei der “Radikalen Nephrektomie” wird die ganze Niere und das sie umgebende Gewebe entfernt. Es können auch einige benachbarte Lymphknoten entfernt werden.

Eine notwendige Chemotherapie und/oder Strahlentherapie nach der Operation ist abhängig von der feingeweblichen Untersuchung und von der Ausbreitung des Tumors im Körper.

Autologe Knochenmark- Transfusion.

Wenn eine hochdosierte Chemotherapie durchgeführt wird, kann dabei das blutbildende Gewebe in den Knochen (das Knochenmark) zerstört werden. In diesem Fall wird dem Kind vor der Behandlung gesundes Knochenmark entnommen, tief gefroren und gelagert. Nach erfolgter Chemotherapie erhält das Kind Patient sein eigenes Mark über die Blutbahn wieder zurück.

Strahlentherapie

Wird zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung eingesetzt. Beim Wilms Tumor kommt die Strahlentherapie mit hochenergetische Röntgenstrahlen in der Regel von außen (Äußere Strahlentherapie).

Eine Strahlentherapie kann vor oder nach einer Operation oder einer Chemotherapie erfolgen.

Die Zeit nach der Behandlung

Nach der Behandlungen sind regelmäßige ambulante Kontrolluntersuchungen notwendig, um festzustellen, ob alles in Ordnung ist.

Es kann eine Blut- und Harn- oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden.

Der Kontrollzeitraum dauert einige Jahre. Am Anfang finden die Kontrollen meistens alle zwei Monate statt, später werden die Intervalle länger, bis die nicht mehr notwendig sind.

 

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