Krebsstammzellen

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Krebsstammzellen, Tumorstammzellen,
Cancer Stem Cells

 

Eine Stammzelle, Stem Cell,  ist eine Art von „Urzelle“ in unserem Körper, die sich unbegrenzt vermehren kann und alle Zelltypen bilden kann: zum Beispiel Hautzellen, Muskelzellen, Nervenzellen, Blutzellen. Stammzellen können sich vermehren und Tochterzellen mit den gleichen oder differenzierten Eigenschaften bilden.

Stammzellen wurden bislang in 20 Organen des menschlichen Körpers nachgewiesen (z.B. im Knochenmark).

Krebsstammzellen Cancer Stem Cells (CSC) entwickeln sich vermutlich aus normalen Stammzellen, die mutieren.
Sie haben ähnliche Eigenschaften wie normale Stammzellen, nur dass sie bösartige Zellen produzieren, die der normalen zellulären Kontrolle entgehen.
Krebsstammzellen teilen sich selten und sind deshalb unempfindlich gegenüber konventionellen Therapien (Chemotherapeutika/Bestrahlungstherapien).

Bei der Entstehung von Krebsstammzellen aus normalen Stammzellen spielen Entzündungsprozesse eine wichtige Rolle. Dabei wird kappaB Faktor  (NF-kappaB) aktiviert, was führt zur Hemmung der Apoptose (programmierter Zelltod) und zur “Unsterblichkeit” der Zellen.

Kanadische Forscher fanden auch im Blut gesunder Menschen genetisch veränderte Stammzellen. Entdecker der Krebsstammzellen John Dick von der Universität Toronto vermutet, dass jeder Mensch solche Vorstufen in sich trägt.

Die Tumorstammzellen müssen nicht zu Krebs führen, kann aber im Laufe des Lebens ein Tumor daraus entstehen.

Wenn sich aus den Tumorstammzellen ein bösartiger Tumor entwickelt hat, die Krebsstammzellen sorgen ständig für Nachschub an Krebszellen und erhalten so den Tumor am Leben.

Wenn sich einzelne Tumorstammzellen von dem ursprünglichen Tumor ablösen, und an anderen Körperstellen ansiedeln, bilden sich so genannte Metastasen (Absiedlungen).

Krebsstammzellen stehen zudem im Verdacht für Rezidive nach scheinbar erfolgreicher Therapie. Sie scheinen besonders unempfindlich auf Strahlen- und Chemotherapie zu reagieren.

Die Zellen:
Eine haben abhängig vom Tumortyp verschiedene raffinierte Techniken entwickelt: Spezielle Moleküle auf ihrer Oberfläche befördern die Gifte aus dem Zellinneren heraus, und andere Stoffe reparieren chemotherapeutisch bedingte Schäden an ihrem Erbgut.
Und wieder andere Krebsstammzellen verbarrikadieren sich in einem Schutzraum im Körper und stellen sich schlafend. Damit hebeln sie die Chemotherapie aus, denn die wirkt nur auf sich schnell teilende Zellen.

Einzelne überlebende Krebsstammzellen können auch neue Tumoren bilden.

Dr. Petter Woll vom MRC Weatherall Institut für Molekulare Medizin an der Universität von Oxford erklärt, wie der Krebs immer wieder zurückkehrt:
“Es ist wie mit Löwenzahn im Rasen. Sie können so viele ziehen, wie Sie wollen, aber wenn man die Wurzeln nicht bekommt, wird der Löwenzahn zurückkommen.”

Metastasen-Stammzellen stammen von Krebsstammzellen ab, entwickeln sich aber abhängig von der direkter Umgebung, um den Immunzellen zu entkommen: nicht aus jeder Krebsstammzelle entwickelt sich Metastasierung.

Eine Heilung von Krebs ist nur möglich, wenn die im Tumor befindlichen Krebsstammzellen vernichtet werden.

Weltweit arbeiten Forscherteams an Therapieoptionen, die diese Zellenart ausschalten. Erste Untersuchungen an Tiermodellen seien bereits Erfolg versprechend verlaufen.
Zum Beispiel mit speziell veränderten Masernviren ist es Forschern vom Paul-Ehrlich-Institut im Tierversuch gelungen, das Wachstum von Tumoren zu stoppen oder sie sogar vollständig zu zerstören.

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Pathologischen Instituts des Universitätsklinikums Heidelberg haben in einer Analyse von 255 Brusttumoren herausgefunden, dass die Metastasen-Stammzellen trugen zwei verschiedene Marker auf ihrer Oberfläche. Die Forscher untersuchten die Brusttumore nun auf diese Marker hin.
Das Ergebnis war: Lagen beide Marker vor, so lebten die Patientinnen nach der Diagnose im Schnitt zehn Jahre kürzer als jene Frauen, bei deren Tumor kein Marker nachweisbar war.
Auch die Chemotherapie hatte darauf kaum einen Einfluss: Patientinnen, deren Tumore beide Marker aufweisen, profitieren von dieser Behandlung nicht.

Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler nun prüfen, ob die Marker dazu geeignet sind, zur Angriffsfläche einer neuen Therapie bei Brustkrebs zu werden. Sie planen deshalb, die besonders aggressiven Brusttumore auf Mäuse zu übertragen und diese dann mit Wirkstoffen gegen die Stammzell-Marker zu behandeln. Die entsprechenden Medikamente seien „in der finalen Phase der Entwicklung“.

Dr. Woll fügt hinzu: “Mit diesem Wissen können wir heute noch keine neuen Therapien offerieren. Aber wir haben das Ziel, mit der Entwicklung von effizienteren und Krebsstammzellen-spezifischen Therapien den Krebs zu beseitigen.”

Es ist leider noch keine Therapie gegen Krebsstammzellen für die nahe Zukunft in Sicht

Mit einer Chemotherapie, wenn die Krebsstammzellen in den Erholungsphasen gerade mit der Teilung beginnen,  ist eventuell möglich mit der erneuten Zuführung der Zytostatika auch die Krebststammzellen zu vernichten.
Wäre es möglich die Krebsstammzellen gezielt in einen aktiven Zustand zu bringen, könnte man sie in diesem Zustand mit einer Therapie vernichten.

Quelle: Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), ÄrzteZeitung

 

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3 Kommentare

  1. Hallo Jacek,
    meine Prostata Kariere: 2010 PSA 90, Gleason4+5,TNM mind. pT3b, G3,C61-nur noch palliativ behandelbar.Ich habe nur promvierte Ärzte gefunden, die mich vor Chem, Bestrahlung und OP bewahrt haben. Nach sieben Jahren lebe ich noch, habe kaum Beschwerden, glaube aber nicht, dass ich geheilt bin, wegen der Krebsstammzellen. Das ist der beste Artikel auf Eurer sonst auch sehr eindrucksvollen Seite. Den Artikel sollten mehr Leute lesen. Leider wollen die meisten Ärzte von Krebsstammzellen nichts wissen, denn das zerstört ihr Geschäfstmodell.

  2. Michaela Günther

    Hallo, mich würde interessieren, was das für Marker sind. Haben die schon Namen? Wie unterscheidet sich die Antikörpertherapie davon, was hier erklärt wird oder ist es vielleicht das gleiche? Wirkt die duale Blockade mit Herzeptin und Perjeta, die man heute bei Brustkrebs vor der OP bekommt auch gegen Stammzellen? Können durch normale Chemotherapeutika und Bestrahlung normale Krebszellen, die davon nicht abgetötet werde, in Stammzellen umgewandelt werden? Ich hatte das irgendwo gelesen.

    • Hallo, leider ist mein Wissen nicht ausreichend um Ihre Fragen zu beantworten.
      Ich kann mir aber vorstellen, dass eine Bestrahlung normale Zellen in Krebszellen und in Krebsstammzellen umwandeln kann.
      Es kann sich dann ein neuer aggressiver Tumor bilden, der andere Eigenschaften hat.
      Ich meine, bei Bestrahlung von Brust kann Lungenkrebs entstehen, bei Bestrahlung von Prostata ein Dickdarmkrebs.

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