Blinatumomab, Gemtuzumab Ozogamicin

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Immuntherapie gegen akute Leukämie: Blinatumomab und Gemtuzumab Ozogamicin

 

Gegen die Akute Leukämie gibt es zur Immuntherapie leukaemie, leukämie, Entartete B-Zellen (weiß)zwei große Hoffnungsträger, raffinierte Antikörper-Konstrukte: den bispezifischen Antikörper Blinatumomab sowie das Immuntoxin Gemtuzumab Ozogamicin.

In der Immuntherapien bei akuten Leukamien sind am weitesten zwei Antikörper Derivate entwickelt:

  • Der bispezifische Antikörper Blinatumomab enthält Antikörperfragmente gegen das B-Zell-spezifische CD19-Antigen und gegen das T-Zell-Antigen CD3. Indem er an die Oberfläche beider Zellen bindet, bringt die Substanz sie in so nahen Kontakt, dass der T-Lymphozyt die leukämische Zelle mit hoher Effizienz abtöten kann.In der deutschen ALL-Studiengruppe hat Blinatumomab als Monotherapie bei Patienten in erster kompletter Remission, aber mit minimaler Resterkrankung (MRD) ebenso wie bei solchen mit rezidivierter oder refraktärer akuter lymphatischer Leukämie (ALL) zwischen 75 und 80 Prozent Komplettremissionen gebracht. Derzeit laufen eine Zulassungsstudie bei MRD-positiver Erkrankung auf europäischer Ebene sowie eine globale Studie mit Patienten im Rezidiv.
  • Das zweite Antikörper-Derivat, das Immuntoxin Gemtuzumab Ozogamicin (GO), besteht aus einem Antikörper gegen das für myeloische Zellen spezifische CD33-Antigen, der mit dem extrem starken Zytostatikum Calicheamicin chemisch gekoppelt ist. Erst bei Aufnahme in die leukämischen Blasten soll das Zellgift abgespalten werden und seine toxische Wirkung ausüben. Das Medikament war wegen starker Toxizitäten in frühen Studien schon totgesagt worden, aber vor allem britische und französische Hämatologen treiben die Entwicklung für die akute myeloische Leukämie (AML) weiter voran.In der Phase-3-Studie ALFA haben die Patienten niedrigerer, fraktionierter Dosierung zusätzlich zu einer konventionellen Chemotherapie erhalten. Die Raten an Komplettremissionen wurden durch den Antikörper leicht, aber nicht signifikant erhöht, aber sowohl ereignis- und rezidivfreies als auch Gesamtüberleben wurden durch diese Immuntherapie signifikant verlängert. Die Toxizität war akzeptabel und bestand in erster Linie in einer verzögerten Erholung der Thrombozyten. Frühe Todesfälle waren in der Verumgruppe nicht häufiger als in der Kontrollgruppe.

Einen individualtherapeutischen Ansatz präsentierte Dr. Yeh-Ching Linn vom Singapore General Hospital: Zytokin-induzierte Killerzellen sind polyklonale T-Lymphozyten, die unter Stimulation mit Zytokinen in vitro expandiert werden und eine starke, nicht MHC-restringierte Zytotoxizität aufweisen. Diese Zellen können nach einer allogenen Stammzelltransplantation wie eine Donor-Lymphozyten-Infusion (DLI) gegeben werden, zeigen aber wegen der vorangegangenen In-vitro-Stimulation einen viel stärkeren Graft-versus-Leukämie-Effekt auf als diese. Bisher fünf Patienten mit akuten Leukämien bzw. Hodgkin-Lymphomen, die nach Transplantation rezidiviert waren, brachte Linn mit solchen induzierten Killerzellen wieder in Remission: bei zweien hält sie 42 bzw. 45 Monate an.

Quelle: Aerztezeitung.de


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