Prostatakrebs

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Prostatakrebs, Prostatakarzinom, Prostata Krebs

Prostatakrebs ist die schlimmste Erkrankung der Prostata. Die Prostata schenkt dem Mann lustvollen Sex und reichlich Kindersegen. Doch bei jedem Zweiten wird die kleine Drüse früher oder später zum großen Problem.

Die Forscher des Hamburger Prostata-Zentrums haben weltweit einzigartige Gewebe-Datenbank, in der rund 11.000 verschiedene Prostata Tumore dokumentiert sind.
Histologisch handelt es sich bei über 98 % um Adenokarzinome. Andere seltene Malignome sind neuroendokrine Tumore unterschiedlicher Differenzierung, Urothelkarzinome, Plattenepithelkarzinome, Lymphome u.a.

Nach Schätzungen des Robert Koch Institutes erkranken jedes Jahr allein in Deutschland etwa 67.600 Männer auf Prostatakrebs, etwa zwei Prozent davon seien bei der Diagnose 50 Jahre alt oder jünger. Mehr als 13.000 der Männer sterben jedes Jahr an einem Prostatakarzinom.

Ab dem 30. Lebensjahr beginnt die Prostata aus ungeklärten Gründen langsam zu wachsen. Mit zunehmender Größe umfasst die Prostata Harnröhre und Blase immer mehr in einem eisernen, verengenden „Würgegriff“. Die Blase kann sich dann oft nicht mehr richtig entleeren. Der Patient leidet plötzlich und oft auch nachts unter häufigem Harndrang, schwachem Harnstrahl oder Schmerzen beim Urinieren.

Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor des Drüsengewebes der Prostata. Entsteht durch veränderte Erbinformationen einzelnen Zellen. Wenn sich die Zellen dem Kontrollmechanismus des Körpers entziehen, können sie sich ungebremst teilen und verdrängen das gesunde Gewebe.

Risiko – Stadien beim Prostatakarzinom

 Niedriges Risiko: PSA ≤ 10 ng/mL und Gleason-Score ≤ 6 und cT-Kategorie 1c oder 2a.

Intermediäres (im Folgenden: mittleres) Risiko: PSA > 10ng/ml bis 20 ng/mL oder Gleason-Score 7 oder cT-Kategorie 2b.

Hohes Risiko: PSA > 20 ng/mL oder Gleason-Score ≥ 8 oder cT-Kategorie 2c.

 

Man Unterscheidet zwischen gut- und bösartigen Tumoren. Bösartig bedeutet, dass einzelne Krebs- Stammzellen sich aus dem Tumor lösen können und über Blut- oder Lymphbahnen sich in anderen Organen ansiedeln können. Die neue Geschwülste nennt man Absiedlungen oder Metastasen.

Die Krebszelle überlistet das Immunsystem. Sie baut an ihrer äußeren Hülle einen Schutzschild auf, der aus den gleichen Bausteinen besteht, wie der gesunden Zellen. Die Abwehrzellen des Immunsystems, die weißen Blutkörperchen, haben keine Chance, die Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören.

Es gibt verschiedene Arten von Prostatakrebszellen. Einige wachsen langsam, andere vermehren sich schnell und aggressiv. Ein metastasierter Tumor kann nicht geheilt werden, nur seine Verbreitungstempo ist möglich zu verlangsamen.

Prostatakrebs breitet sich systemisch aus, was bedeutet dass die Erkrankung mehrere Organe betreffen oder befallen kann.

Bisher wurden rund 11.000 verschiedene Prostata Tumore identifiziert. Schon die Diagnostik ist nicht einfach. Ein PSA Test alleine gibt noch wenige Informationen. Es ist möglich, mit niedrigem PSA Wert auf Prostatakrebs zu erkranken. Die Tumorzellen, die sich in der Prostata befinden, sind nicht immer aggressiv. Es gibt auch Fälle, dass bei PSA Wert von 20 kein Prostatakrebs identifiziert wurde.

Um ein Prostatakrebs eindeutig zu identifizieren, ist eine Biopsie notwendig. Wenn die Krebsgewebe getroffen wird, ist es möglich die Aggressivität, durch “Gleason Score” zu klassifizieren.

Das Tumorwachstum ist von dem männlichen Hormon Testosteron abhängig. Ohne Testosteron kann der Krebs nicht wachsen. Mehr über Testosteron => Testosteron.

Eine mögliche Heilung ist nur dann möglich, wenn der Tumor noch keine Metastasen (Absiedlungen) gebildet hat. Wenn der Prostatakrebs die Kapsel schon überschritten hat, ist eine Heilung nur dann möglich, wenn der Operateur während der OP das ganze Krebsgewebe entfernt.

Symptome Prostatakrebs

Frühsymptome fehlen. Bei lokalisierter Erkrankung unterscheiden sich die klinischen Beschwerden oft nicht von denen einer benignen Prostatahyperplasie. Krankheitszeichen sind:

Lokale Symptome (absteigende Häufigkeit)

  • Miktionsbeschwerden
    • verlängerte Miktion mit schwachem Harnstrahl
    • Inkontinenz
    • Pollakisurie
    • Nykturie
    • Dysurie
    • Algurie
  • Erektionsstörungen
  • perineales Druckgefühl
  • Hämaturie
  • Hämatospermie

Allgemeinsymptome bei fortgeschrittener Erkrankung:

  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • Leistungsknick
  • Anämie
  • paraneoplastische Syndrome, z. B. Thromboseneigung

Weitere häufigere Symptome aufgrund von Metastasen sind Knochenschmerzen oder pathologische Frakturen bei Skelettmetastasen. Seltene Komplikationen sind Lymphödem bei ausgeprägten iliakalen Lymphknotenmetastasen, neurologische Symptome bei cerebraler Metastasierung oder bei spinaler Kompression durch Wirbelkörpermetastasen, Husten und Dyspnoe bei pulmonaler und / oder pleuraler Metastasierung, Ikterus und Leberinsuffizienz bei fortgeschrittener Lebermetastasierung.

Prostatakrebs mögliche Therapie:

Erstbehandlung

  • Das operative Entfernen der Prostata,
  • Die Bestrahlung von außen,
  • Brachytherapie, Bestrahlung von innen
  • die aktive Überwachung (active surveillance)

Therapie bei Rezidiv:

  • Bestrahlung der Prostataloge
  • Hormonblockade
  • Chemotherapie

Mehr Informationen über Prostatakrebs Diagnostik, Untersuchungen und Behandlung finden Sie
im => Prostatakrebs Ratgeber

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2 Kommentare

  1. Ingeborg Geuting

    Ich habe folgenden Befund :
    pT2c LO VO Pn1 R1 G3 ( 3+4 ) = 7

    nach Prostata OP Entfernung

    Wäre dankbar für eine Erklärung

    • T2: Tumor begrenzt auf Prostata, T2c Tumor infiltriert in beide Lappen der Prostata
      LO Keine Lymphgefäßinvasion
      MO Keine Fernmetastasen
      pN1 leichter Befall regionärer Lymphknoten bei histologischer Untersuchung
      R1 bedeutet, dass der Tumor mikroskopisch die Ränder der Prostata erreicht hat
      G3-4 Schlecht differenziert/undifferenziert (ausgeprägte Anaplasie) (Gleason 7-10)

      Anders gesagt wenig aggressive Tumor (Gleason Score ( 3+4 ) = 7);
      Tumor begrenzt auf Prostata, aber auch im Schnittrand,
      Die regionalen Lymphknoten sind mit 0,2 cm oder kleinerer Mikrometastasen belegt

      hier die genaue Infos: http://prostatakrebs-tipps.de/klassifikation-prostatakrebs/

      Vermutlich wurde der ganze Tumor entfernt, so dass eine Heilung sehr wahrscheinlich ist.
      Es bleibt trotzdem zu abwarten und regelmäßig (jede 3 Monate) zur Kontrolle zum Urologen gehen.

      Nach der OP nach 3 Monaten solle der PSA-Wert auf 0,03 ng/ml fallen (nicht mehr messbar).
      Wenn das nicht passiert, solle mit PSMA-PET-CT Untersuchung die Ursache geprüft werden.

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