Psyche und Krebs

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Krebs und die Psyche, psychische Belastungen, Depression

Die Psyche bei Krebs ist ein wichtiger Faktor bei der Erkrankung. Die Diagnose krebs trifft uns überraschend. Die Angst vor dem Tod und um die Zukunft dominiert unsere Gedanken. Nicht Wenige fühlen sich nach der Diagnose wie betäubt, können nicht klar denken und Entscheidungen treffen. Damit ist jeder Überfordert

Kaum jemand kann ruhig schlafen. Gerade nachts, wenn wir müde und erschöpft sind, kommt die Angst, Wut, Traurigkeit, verschiedene Gedanken und Gefühle. Wir fallen in das berühmte “tiefe Loch”, das aus Depression, Selbstmitleid, Schuldgefühle und Hoffnungslosigkeit besteht.

In dieser Situation leidet unsere Familie, Bekannte und die soziale Umgebung. Besonders der Ehepartner und die Kinder fühlen sich vernachlässigt und hilflos.

Eine Krebserkrankung kann durch Gewichtsverlust, Haarausfall, Operation zu veränderung des Äußeren führen. Betroffene verlieren dann häufig das Gefühl für ihren Körper.

Ein wichtiger Schritt, um Ängste abzubauen ist Sich ausführlich zu informieren. Je mehr wir über die Krankheit und ihre Behandlung wissen, desto besser. Das Wissen beseitigt das Gefühl, dem Krebs machtlos ausgeliefert zu sein und gibt dem Patienten die Möglichkeit, selbst über den Verlauf mitzubestimmen.

Müdigkeit und Erschöpfung, auch Fatigue genannt, kann im gesamten Verlauf einer Krebserkrankung bei Diagnosestellung, Therapie, Nachsorge oder einer palliativen Versorgung auftreten.
Unter Therapie, insbesondere während Chemo- oder Strahlentherapie, tritt ein akutes Fatigue-Syndrom bei 60-80% aller Patienten auf.
Im Allgemeinen bilden sich diese Probleme innerhalb von einigen Monaten bis Wochen zurück. Bei bis zu 30% der behandelten Patienten kommt es zu einer Chronifizierung der Fatigue auch nach Abschluss der Therapie.
Siehe auch: => Fatigue-Syndrom

Fast jeder zweite Krebskranke kann heute geheilt werden. Sie können selbst sehr viel zu Ihrer Heilung beitragen.

Wenn ein krebskranker Mensch seelisch erkrankt, kann das viele
Gründe haben.
Folgende Faktoren begünstigen das Auftreten von seelischen
Erkrankungen:
– Schmerzen;
– starke körperliche Beschwerden;
– Fatigue (starke Ermüdbarkeit);
– eine seelische Krankheit in der Vorgeschichte.

Manchmal können Angst oder Traurigkeit bei Krebserkrankten sich zu einer Krankheit entwickeln, wie zum Beispiel:

  • Depressionen;
  • Angststörungen;
  • Anpassungsstörungen;
  • Missbrauch von Tabak, Alkohol oder Medikamenten.

Sie müssen sich nicht schämen, wenn Sie eine seelische Erkrankung
entwickeln. Es sollte Ihnen daher auf keinen Fall unangenehm sein,
wenn Sie selbst davon betroffen sind.

 

Ich empfehle Allen das Buch zum Lesen, zu studieren:

Selbstheilungskräfte: Quellen der Gesundheit und Lebensqualität (Aethera)
Taschenbuch – 1. September 2016 von Josef Ulrich (Autor)

Wie kann ich meine Selbstheilungskräfte aktivieren? Wie kann ich meine Gesundheit verbessern?  Meine Ängste überwinden?
Ich habe den Autor Josef Ulrich in der Klinik Öschelbronn kennengelernt bei seinen Gesundheitsseminaren. Er und sein Buch haben mir stark geholfen. Ich lese das Buch immer wieder, die Überlegungen und Gedanken aus dem Buch helfen mir meine Ängste zu überwinden, mein Leben mit Krebs zu genießen.

 

Depression

Eine Depression kann sich sowohl psychisch als auch körperlich äußern. Bestimmte
Anzeichen sprechen dafür, dass eine depressive Erkrankung vorliegt
und nicht nur eine vorübergehende Niedergeschlagenheit.

Die wichtigsten Anzeichen (sogenannte Hauptsymptome) sind:
– gedrückte, depressive Stimmung;
– Interessenverlust und Freudlosigkeit;
– Antriebsmangel und Ermüdbarkeit.

Wenn mindestens zwei dieser drei Merkmale länger als zwei Wochen
bestehen, kann dies auf eine Depression hinweisen.
Dann ist es ratsam, sich an einen Arzt oder einen Psychotherapeuten zu
wenden.

Es gibt auch mehrere Nebensymptome, die auf eine Depression hindeuten können.
Das sind:
– verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit;
– vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen;
– Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit;
– übertriebene Zukunftsängste oder „Schwarzsehen“;
– Gedanken an den Tod;
– Suizidgedanken oder –versuche;
– Appetitstörungen;
– Schlafstörungen.

Von Fachleuten  werden verschiedene Schweregrade einer Depression unterscheiden:

  • leichte depressiven Episode: wenn zwei Haupt- und höchstens zwei Nebensymptome mehr als zwei Wochen andauern.
  • mittelgradige Depression: Bei zwei Haupt- und drei bis vier Nebensymptomen.
  • schwere Depression: Mindestens drei Haupt- und vier oder mehr Nebensymptome
    liegen vor.

Psyche bei Krebs, Unterstützung

Für die psychische Unterstützung von Krebspatienten gibt es Spezialisten, sogenannte Psychoonkologen. Diese beschäftigen sich mit den mentalen und sozialen Folgen einer Krebserkrankung. Meist sind es Psychologen, Ärzte, Pädagogen oder Sozialarbeiter, die eine bestimmte Weiterbildung durchlaufen haben. Patienten und Angehörige können sich an sie wenden, wenn sie mit den Belastungen alleine nicht fertig werden. In manchen Kliniken gibt es bereits während der stationären Behandlung ein Gesprächsangebot.

Krebspatienten kommen sehr unterschiedlich mit der Krankheit zurecht. Dementsprechend gibt es auch verschiedene psychische Betreuungsangebote. Erste Hilfe gibt es außerhalb der Klinik zum Beispiel in Krebsberatungsstellen. „Manchmal helfen schon ein, zwei Beratungsgespräche“, weiß Psychoonkologin Lintz. Bei schwereren psychischen Problemen, etwa einer Depression, kann es sinnvoll sein, einen auf Krebspatienten spezialisierten Psychotherapeuten aufzusuchen.

Die Behandlung beim Psychotherapeuten ist üblicherweise längerfristig orientiert und geht mehr in die Tiefe, als das im Rahmen einer Beratung möglich wäre. Grundsätzlich verfolgen beide Angebote aber dieselben Ziele: Gemeinsam mit dem Patienten ergründen, welche Sorgen und Probleme er hat. Anschließend überlegen Psychoonkologe und Betroffener, wieder gemeinsam, welche Lösungswege sich im Einzelfall anbieten, um wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Mit Ängsten umgehen lernen

Man sollte den angenehmen Seiten des Lebens mehr Gewicht geben: die eigenen besonderen Fähigkeiten schätzen lernen, das zu tun, was Spaß macht oder freude bringt.

Möglich neue Ziele in Angriff nehmen. Am besten Ziele, die man in kürze Zeit selbe erreichen kann. Z.B. bei fehlender Konzentration sich als Ziel nehmen, drei Seiten von einem Buch zu lesen. Dieses Ziel ist nicht schwer zu erreichen, aber beim Erolg bringt uns psychische Zufriedenheit und stärkt das Gefühl für die eigene Kraft.

Heilung bedeutet nicht völlig gesund werden, sondern inneren Frieden finden und das Leben trotz Behinderungen voll ausschöpfen.

Dr. Bernie Siegel schreibt in seinem Buch “Prognose Hoffnung”: “Was Sie denken und fühlen verändert über das Nervensystem, Hormone und die Immunabwehr den Zustand Ihres Körpers”. Dr. Simonton: “Das was Sie tun, oder nicht tun, kann den Verlauf der Krankheit beeinflussen”.

 

“Egal, wie es bisher war, Ich habe die Macht mein Leben zum Positivem zu verändern.”

Antworten Sie die Fragen:

  • Was erlaubt mir die Krankheit zu tun, was ich schon immer gerne getan hätte, mich aber nicht getraut habe?
  • Was muss ich durch die Krankheit nicht mehr machen, was ich bisher nicht gerne getan habe?

“Über die Psyche können wir die Lebensqualität deutlich verbessern.”

Partner und das soziale Umfeld sollten dabei nicht ausgeschlossen werden, denn auch sie sind von der Erkrankung mitbetroffen. Und die Unterstützung fällt diesen nahestehenden Personen umso leichter, je mehr Anteil sie an den Gefühlen des Patienten haben.

Auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe kann hilfreich sein: Sie können eigene Strategien gegen die Angst vermitteln. Manchmal gibt es im Verlauf einer Krebserkrankung allerdings Phasen, in denen die Belastung so groß wird, dass zur Krankheitsbewältigung die eigenen Kräfte und auch die Unterstützung durch Angehörige und Freunde nicht mehr ausreichen. Werden Ängste und psychische Belastung zu intensiv, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Psychotherapie

Eine Krebserkrankung ist eine enorme körperliche und seelische Belastung. Ca. 30 Prozent aller an Krebs erkrankten Patienten entwickeln eine psychische Störung. Meistens sind das Depressionen, Angst, Panik, Gedanken an den Tod, akute Belastungsstörungen verursacht durch anstrengende Behandlungen, psychische Störungen verursacht durch veränderte Situation in der Familie, in der Arbeit und durch die allgemeine Leistungsfähigkeit.

Gespräche und Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten können hilfreich sein. Besonders wertvoll ist Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe. Oft die Unterstützung durch Angehörige und Freunde reicht nicht mehr aus, eine Hilfe von Qualifizierten Ärzten ist sehr empfehlenswert

Bei der psychoonkologischen Behandlung wird oft Salutogenese angewendet.

Ein paar Worte über die Psychotherapie bei Prostatakrebs finden Sie auf der Seite => Behandlung, mit der erfolgreichen Methode => Salutogenese

Psyche der Kinder von krebskranken Eltern

Bei Krankheit oder Tod eines Elternteils drohen dem Kind psychische Langzeitschäden, wenn nicht rechtzeitig interveniert wird. => Kinder kranken Eltern

 

Entspannung

Entspannungsverfahren können Krebspatienten helfen, Anspannungen zu lösen und zur Ruhe zu kommen.
Dass Entspannungsverfahren wirksam sind, ist wissenschaftlich gut belegt: Sie können Ängste und Übelkeit verringern, die Lebensqualität verbessern und psychische Belastungen vermindern.

Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR)

Bei diesem Verfahren geht es darum:
– einzelne Muskelgruppen nacheinander anzuspannen;
– die Anspannung für ein paar Sekunden zu halten und
– danach wieder zu lösen.

Man beginnt beispielsweise mit der rechten Hand und ballt sie zur Faust, hält diese einige Sekunden und öffnet sie wieder. Danach spannt man die linke Hand an. Nach und nach folgen weitere Muskelgruppen, immer abwechselnd auf beiden Seiten des Körpers.
Auf diese Weise wird der Körper nach und nach gelockert und entspannt, tiefere Verkrampfungen lassen sich lösen.

Autogenes Training 

Beim autogenen Training wiederholen Sie formelhaft Sätze wie:
• „Ich bin ganz ruhig.“
• „Mein rechter Arm wird warm.“
• „Mein rechter Arm wird schwer.“
• „Mein Herzschlag geht ruhig und gleichmäßig.“
• „Mein Atem wird ruhig.“

Verschiedene Muskelgruppen, innere Organe und Organfunktionen werden so nacheinander angesprochen. Das Wiederholen dieser einfachen Sätze ähnelt einer Hypnose. Der Körper wird langsam in einen Zustand der Entspannung versetzt.

Imaginative Verfahren

Bei imaginativen Verfahren versuchen Sie, sich angenehme Bilder vorzustellen, oder Sie unternehmen Phantasiereisen. Mithilfe dieser Gedanken können Sie positive Erinnerungen, Vorstellungen und Gefühle in sich wecken. Die angenehmen Empfindungen lassen Sie
zur Ruhe kommen. Angst und Anspannung verringern sich.

 

Werden Sie Manager Ihrer Krankheit

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2 Kommentare

  1. Martin Mittelstädt

    Ich Martin
    Hallo Leute ich komme nicht mit mir selbst klar habe meine Chemotherapie gut überstanden laut der Ärzte ist alles weg nur der Kopf spielt verrückt ich traue mich nicht mehr die Augen zu schließen sehe nur noch den tot habe leider keinen Psychologen gefunden der Zeit hat habe auch ständig angst das der Krebs wieder kommt konnte Hilfe gebrauchen

    • Hallo Martin,
      angst zu haben ist normal, mit der Zeit gewöhn man sich daran an Krebs erkrankt zu sein und an Tod zu denken.
      Leider eine Chemotherapie ist kein Garant dafür, dass der Krebs nicht zurück kommt.

      Ich bin seit sieben Jahren erkrankt (aggressive Prostatakrebs), hatte vor fast 3 Jahren Chemo, die nur wenig geholfen hat, aber ich lebe weiter: es gibt oft noch weiter Therapien, die helfen können. Auch Metastasen ist oft möglich zu bekämpfen (ich habe einige in den Knochen).
      Wichtig ist das tägliche Leben zu schätzen, die positiven Seiten des Lebens zu sehen. Sich jeden Tag zu überlegen, was Schönes habe ich „heute“ erlebt. Oft sage ich mir, “wie schön das ist, dass ich heute keine Schmerzen habe”.
      … oder ich gehe Spazieren und genieße das was ich sehe. Niemand weiß es, was “Morgen” passiert.
      Sei dankbar für das was Du hast, mach Pläne nur für ein paar Tage voraus und genieße es, wenn Dir gelungen ist die Pläne zu verwirklichen.

      Beantrage eine Anschlußheilbehandlung (AHB) nach der Chemo, oder eine REHA. Dort bekommst Du eine psychologische Beratung und Kontakt zu anderen Erkrankten, hilft gegen die Ängste.
      Besuche eine Selbsthilfegruppe für Deine Krebserkrankung, es hilft der Psyche.

      Ich empfehle Dir ein Buch zum Lesen, zu studieren: =>
      Selbstheilungskräfte: Quellen der Gesundheit und Lebensqualität .
      Ich habe den Autor Josef Ulrich in der Klinik Öschelbronn kennengelernt bei seinen Gesundheitsseminaren. Er und sein Buch haben mir stark geholfen. Ich lese das Buch immer wieder, die Überlegungen und Gedanken aus dem Buch helfen mir meine Ängste zu überwinden, mein Leben mit Krebs zu genießen.

      Ich hoffe, ich konnte Dir bisschen helfen.
      Alles Gute und Glück die Krankheit zu überwinden.
      Jacek W.

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