Psyche der Kinder von kranken Eltern

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Psyche der Kinder von krebskranken Eltern

Krankheit oder Tod eines Elternteils erschüttern ein Kind viel stärker, als die Erwachsene vermuten. Dem Kind drohen psychische Langzeitschäden, wenn nicht rechtzeitig interveniert wird.

Jährlich erleben etwa 200.000 Kinder in Deutschland, dass ein Elternteil an Krebs erkrankt. Meist versuchen die Eltern, die Krankheit zu verbergen. Neue Studien belegen, dass es bei vielen Kindern deshalb zu gravierenden psychischen Folgeproblemen kommt. Die Schwere der Krankheit spielt dabei keine Rolle.

Kinder leben bekanntlich in ihrer eigenen kleinen Welt. Können Realität und Wunschdenken nicht immer klar abgrenzen. Die Psychologie spricht vom magischen Denken. Es kann sich verselbstständigen, wenn ein Elternteil schwer erkrankt ist. Das magische Denken ist eine ganz normale Entwicklungsphase bei Kindern zwischen dem vierten und siebten Lebensjahr. Die Kinder haben dann den Eindruck, dass irgendetwas passiert, was sie ausgelöst haben.

Das Kind fühlt sich schuldig, verkriecht sich und hat Angst. Ist Papa krank, weil ich böse war?
Dabei handelt es sich um ein banales Missverständnis, dass man schnell aus der Welt schaffen kann. Manchmal glauben oder verstehen die Kinder das nicht sofort.
Für solche Zwecke gibt es kindgerechte Bilderbücher und Broschüren. Die erklären die Krankheit von Mutti oder Vati in einfachen, für das Kind nachvollziehbaren, Zusammenhängen.

Wichtig!
In der Familie muss offen über die Krankheit gesprochen werden. Selbst Kleinkinder vertragen die Wahrheit besser als wir denken. Und Heimlichtuerei kann man sich sparen. Die Kinder haben intuitiv sowieso schon mitbekommen, dass etwas Schlimmes passiert ist. Das trifft besonders bei einer Krebserkrankung eines Elternteils zu. Hier kommt es auch am häufigsten zu einer Überforderung der Eltern. Die Angst, dem Kind mit dem Aussprechen der Wahrheit zu schaden, sitzt bei der Diagnose Krebs besonders tief.

Experten raten, professionelle Beratungsangebote aufzusuchen.

Professionelle Psychologische Hilfe für Kinder Krebskranken Eltern

In einer solchen Situation hilft am besten ein professioneller Beistand. Das geschieht natürlich nur mit dem Einverständnis der Eltern. Zum Beispiel in wöchentlichen Gruppensitzungen werden die Fakten mit fünf oder sechs anderen, ebenfalls betroffenen Kindern besprochen. Über Probleme offen reden zu können und den Gefühlen freien Lauf zu lassen – das tut auch den Eltern und den Angehörigen gut. Sie treffen sich meist parallel zur Kindergruppe.

In der Regel reichen 5 bis 6 Gruppensitzungen mit den Kindern aus, um die Dinge in die richtigen Bahnen zu lenken. Wenn im familiären Umgang das emotionale Tabu erst einmal gebrochen ist, regelt sich vieles von selbst. Natürlich gibt es auch viele Kinder, die ohne spezielle psychologische Hilfestellung klarkommen. Nur weiß man das eben nicht von vornherein. Deshalb halten es die Experten für geboten, alle betroffenen Kinder prophylaktisch in einem Beratungszentrum vorzustellen.

 

Abschied von Mutter oder Vater

Bleibt die heikle Frage, ob man kleine Kinder mit ins Krankenhaus nehmen darf. Der Anblick eines sterbenden, vielleicht sogar durch die Krankheit entstellten Elternteils könnte zu viel sein für ein kleines Kind.

Trotz aller Therapiefortschritte kommt es immer wieder vor, dass Kinder auf der Palliativstation im Krankenhaus von der Mutter oder Vatter Abschied nehmen müssen. Sie dürfen das, allerdings sie müssen auf den Krankenhausbesuch vorbereitet werden.

Ganz wichtig: man muss reagieren, wenn die Situation aus dem Ruder läuft.
Wissenschaftlich Strategien im Umgang mit Kindern, die sich auf einer Palliativstation von Mutter oder Vater trennen müssen, sucht man vergebens. Da ist einfach ärztliches Feingefühl gefragt.

Quelle: www.swr.de


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