Schlechte Krebs Prognose nach Kindergeburt

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Schlechte Krebs Prognose nach Kindergeburt

Krebs Sterberisiko nach Schwangerschaft Sterberisiko an Brustkrebs und Melanom ist in den ersten Monaten nach Kindergeburt  etwa verdoppelt

 

Es gibt Hinweise, dass Frauen, bei denen ein paar Monate nach der Geburt eines Kindes Krebs diagnostiziert wird, eine schlechtere Prognose haben als Kinderlose oder Frauen, bei denen die Geburt des Kindes viele Jahre zurückliegt.

Zu diesen Ergebnissen sind britische Wissenschaftler gekommen, in dem sie das nationale Krebsregister aus dem Zeitraum von 1998 bis 2007 analysiert haben.

Besonders haben sie sich auf Patientinnen mit Hodgkinlymphom (3603 Frauen), Melanom der Haut (16.528 Frauen) oder Brustkrebs (110.943 Frauen) konzentriert.

Die Patientinnen waren zwischen zehn und 54 Jahre alt. Von knapp 88 Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs und von 72 Prozent der Patientinnen mit einem Melanom der Haut standen aussagekräftige Informationen TNM-Stadium der Krebserkrankung zur Verfügung, nicht dagegen von den Patientinnen mit einem Hodgkinlymphom.

Zwischen Schwangerschaft und Krebsdiagnose lagen zwischen einem und fünf Jahre.

Einen Zusammenhang zwischen dem Verlauf eines Hodgkinlymphoms und einer Schwangerschaft ein Jahr vor der Krebsdiagnose  konnten die Wissenschaftler jedoch nicht erkennen

 

Die Sterberate beim Melanom war der statistischen Auswertung zufolge um das Zweifache erhöht (HR: 2,06; 95%-Konfidenzintervall zwischen 1,42 und 3,01), wenn sie ein Jahr vor der Diagnose ein Kind bekommen hatten.
Wenn das Alter der Studienteilnehmerinnen in der Berechnung berücksichtigt wurde, lag der HR-Wert bisschen niedriger,  (HR = 1,92; 95%-Konfidenzintervall zwischen 1,32 und 2,79).

 

Bei Frauen mit Brustkrebs war das Sterberisiko um fast das Zweifache erhöht, (HR = 1,84; 95%-Konfidenzintervall zwischen 1,64 und 2,06), wenn sie ein Jahr vor der Diagnose ein Kind bekommen hatten.
Wenn das Alter der Studienteilnehmerinnen in der Berechnung berücksichtigt wurde, lag der HR-Wert bei 1,68 (95%-Konfidenzintervall zwischen 1,50 und 1,88). Je länger die Schwangerschaft zurücklag, umso schwächer wurde der Zusammenhang.

 

Bei jüngeren Frauen (bis 35 Jahre) nimmt das zunächst erhöhte Sterberisiko nach vier bis zehn Jahren ab. Sowohl beim Melanom als auch beim Brustkrebs wurde die Assoziation durch das jeweilige TNM-Stadium der Krebserkrankung nur marginal beeinflusst.

Bei Frauen über 35 bestand der Zusammenhang zwischen einer Schwangerschaft und der Prognose sechs bis acht Jahre nach der Krebsdiagnose eindeutig nicht mehr.

Die Ursache ist unklar

Es ist bisher unklar, warum sich die Prognose verschlechtert, wenn auch nur vorübergehend, wenn Frauen nicht lange vor der Krebsdiagnose schwanger waren.

Beim Melanom werden  immunsuppressive Mechanismen als Ursache vermutet.

Beim Brustkrebs werden als Ursache hormonelle Einflüsse während der Schwangerschaft vermutet, sowie tumorfördernde Faktoren im Brustgewebe.

 

Quelle: Ärzte Zeitung, 13.11.2013

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