Spätfolgen Krebsbehandlung bei Kinder

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Spätfolgen einer Krebsbehandlung im Kindesalter

In der Bundesrepublik erkranken jährlich an Krebs 2.000 Kinder und Jugendliche im Alter bis zum 15. Lebensjahr.

Laut der Zwischenergebnisse der 2007 begonnenen und noch bis 2025 laufenden St. Jude Lifetime Cohort Study (SJLIFE) leiden viele Erwachsene an Spätfolgen einer Krebstherapie im Kindesalter.

Die häufigsten gesundheitliche Probleme sind: Lungenstörungen, Herzprobleme und endokrinen Störungen.
Eine endokrine Drüse gibt ihre Hormone ohne Ausführungsgang direkt ins Blut ab.

Nach der Krebserkrankung entstehen auch öfter Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV) und damit verbundene Krebserkrankungen.

Die Patienten und die Eltern sollen mehr über die möglichen Risiken der Krebsbehandlung informiert werden und bei ersten Zeichen einer pathologischen Veränderung rechtzeitig zu reagieren.

In der Studie wurden die Daten von 1713 Erwachsenen ausgewertet, die als Kinder Krebs hatten. Im Median waren die Studienteilnehmer 32 Jahre alt (zwischen 18 und 60 Jahre).

Alle Patienten waren als Kinder an der St. Jude Kinderklinik in Memphis onkologisch behandelt worden.

Störungen der Lungenfunktion waren mit einem Anteil von 65,2 % am häufigsten.
Mehr als 74 % dieser Patienten hatten zur Krebstherapie eine Bestrahlung der Lunge erhalten, 73,3 % eine Behandlung mit Bleomycin und mehr als 53 % mussten sich einer Thorakotomie unterziehen.

Nach einer kardiotoxische Therapie traten bei mehr als 56 % in der Folge kardiovaskuläre Veränderungen auf, vor allem Herzklappenfehler, Hypertonie, Adipositas und Dyslipidämien.

Die endokrinen Störungen traten mit einem Anteil von 62 %.

Nach Bestrahlung oder Therapie mit alkylierenden Substanzen oder beidem entwickelten sich bei mehr als 56 % der so Behandelten Störungen der HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse), bei knapp 14 % Schilddrüsenfunktionsstörungen sowie Störungen der Gonadenfunktion bei 66 % der Männer und bei knapp 12 % der Frauen.

Nach platinhaltigen Therapien oder Bestrahlungen des Ohrs hatten 62 % der Überlebenden Hörverlust.

Seltener waren Störungen der Blutbildung, der Leber- und Nierenfunktion sowie der Knochenbildung, mit einem Anteil unter 20 %.
Mehr als 270 Krebsüberlebende entwickelten als Erwachsene ein oder mehrere Malignome, darunter insgesamt betrachtet 335 solide Tumoren und 13 hämatologische Neoplasien.

Die Ärzte St. Jude Division of Cancer Survivorship sahen auch als Zeichen der Spätfolgen eine vorzeitigen Alterung der Betroffenen, vor allen weil die neurologischen, kardialen und pulmonalen Störungen bereits in jungen Jahren aufgetreten waren.

Dieses Phänomen werden im Fokus der künftigen SJLIFE-Forschung stehen.

Viele der Patienten wußten nicht mehr, welche Krebstherapien sie in der Kindheit erhalten hatten und welche späteren Gesundheitsrisiken damit verbunden sind.

Nach der Krebserkrankung öfter Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV)

Kinder und junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überlebt haben, tragen ein höheres Risiko für Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV)

Frauen, die bösartige Tumore Malignome im Kindes- oder Jugendalter überstanden haben, erkranken rund 40% häufiger an Krebs der in Verbindung mit HPV entsteht, als andere Frauen. Bei Männern beträgt der Überschuss an Tumordiagnosen in Verbindung mit HPV sogar 150%.
Um die Neuerkrankung zu verhindern wird eine HPV-Impfung nach sechs Monaten nach dem Ende der Krebsbehandlung empfohlen.

Quellen: Ärzte Zeitung und SpringerMedizin


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