CTC-Test, Liquid Biopsy

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CTC-Test, CellSearch – Test, Liquid Biopsy

Identifizierung und Zählung von Tumorzellen im Blut.CTC Bluttest, Zirkulierende Tumor Zellen

Zirkulierende Tumor Zellen (CTC) sind Krebszellen die sich von Tumor ablösen und in die Blutbahn gelingen. Die Zirkulierende Tumor Zellen werden ständig von Tumoren in die Blutbahn abgegeben.
Die Überlebenszeit von CTCs im Blut relativ kurz ist.

Die von Haupttumor abgetrennten Tumorzellen verteilen sich über die Blutbahnen im Körper und interagieren dabei mit den Blutplättchen. Diese werden dadurch angeregt das Enzym Saure Sphingomyelinase abzusondern. Das bewirkt wiederum auf der Membran der Tumorzellen die Bildung von Ceramid-Plattformen.
Die zirkulierenden Tumorzellen können sich jetzt an flache Zellen in den Innenseiten der Blutgefäße anheften, den sogenannten Endothelzellen, und in ein anderes Gewebe auswandern, um dort schließlich Metastasen zu bilden.

Die Bestimmung der in der Blutbahn zirkulierenden Tumorzellen ermöglicht frühzeitige und sichere Prognose und Voraussage über die Prognose und Effektivität einer weiterführenden Behandlung der Krebserkrankung.
Der Cellsearch-Test identifiziert frühzeitig und zuverlässig nicht-wirksame Chemotherapien und kann dadurch dem Patienten die belastenden Nebenwirkungen nicht-wirksamer Chemotherapien ersparen. Das führt unter Umständen zu mehr Lebensqualität.

Bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen sind die zirkulierenden Tumorzellen ein unabhängiger Prädikator für das erkrankungsfreie Überleben und das Gesamtüberleben.

Die klinische Bedeutung von zirkulierenden Tumorzellen im peripheren Blut, als unabhängiger prognostischer Faktor, wurde in vielen hochkarätigen Studien weltweit nachgewiesen.

Liquid Biopsy, Flüssigbiopsie

Liquid Biopsy ist eine neue Methode der Pathologie auf Basis von Flüssigkeiten, also Blut, Urin oder Flüssigkeiten in Körperhöhlen.
In der Praxis wird Blut-Plasma untersucht, das wir aus Vollblutproben gewinnen.
Die Flüssigbiopsie ermöglicht die Untersuchung von freier DNA aus Tumorzellen, die in den Flüssigkeiten zirkuliert und daher auch ctDNA, circulating tumor DNA, genannt wird.

Im Blut zirkuliert neben Milliarden verschiedener Blutzellen nur eine sehr geringe Zahl von Tumorzellen, dasselbe gilt für ctDNA,

Es kann aber auch sein, dass die ctDNA nicht gefunden werden und damit die Mutation nicht nachgewiesen werden kann. Das zu einem falschen Befund führen kann. Deswegen ist weiterhin ist die parallele Untersuchung von Gewebe- und Flüssigbiopsie notwendig.

Liquid Biopsie ist eine Ergänzung zu normaler Biopsie, hilft bei Typisierung von Tumoren und bei Verlaufskontrolle einer Tumorerkrankung.

Liquid Biopsie ist schon heute bei Lungenkrebs im klinischen Alltag etabliert.

Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie spricht über bestehende Schwierigkeiten beim Einsatz der Liquid Biopsy. Es gebe noch bei dem Verfahren zu große Unsicherheiten. Zellfreie zirkulierende Tumor-DNA ist nur bei etwa 70 Prozent der metastasierten Tumorerkrankungen nachzuweisen.
Es seien große Unterschiede zwischen unterschiedlichen Tumortypen und in Abhängigkeit vom Tumorstadium feststellbar.
Für Gehirntumoren sei die Liquid Biopsy wegen der Blut-Hirn-Schranke sogar komplett ungeeignet, da nur extrem wenige DNA-Fragmente im Blut aufgefunden werden konnten.

 

Wie funktioniert der CellSearch-CTC-Test?

Dem Patienten werden 7,5 ml Blut abgenommen, welches innerhalb von 96 Stunden untersucht wird.
Der CTC-Test benutzt Antikörper gegen CD45-, EpCAM+, Zytokeratin 8, 18+ und/oder Zytokeratin 19+, die mit mikroskopischen Eisenpartikeln verbunden werden (Ferrofluids). Diese Verbindungen aus Antikörpern und Ferrofluids binden sich sehr spezifisch an die zirkulierenden Tumorzellen (CTCs).

Starke Magneten isolieren anschließend die CTCs aus der Blutprobe. Diese werden im Anschluss noch mit zusätzlichen Bio-Molekülen und Chemikalien eingefärbt, so dass die CTCs eindeutig als solche identifiziert werden können. Dieser Test ist so präzise, dass er selbst eine einzige Tumorzelle in einer Blutprobe entdecken kann.

Der Schwellenwert für eine Normalisierung liegt bei 5 Zellen/7,5 ml Blut.
Sind weniger CTCs im Blut, bedeutet dies, dass der Krebs sich momentan nicht weiter ausbreitet.
Liegt die Anzahl der CTCs darüber, ist dies ein Anzeichen dafür, dass die Krankheit fortschreitet. Ist der CTC-Wert über 5, so sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Therapie ansprechen wird.
Normalisieren sich die Werte nach ein bis zwei Chemotherapiezyklen nicht, kann das eingesetzte Therapieregime gewechselt werden. Diese Untersuchung erlaubt also eine sehr zeitnahe Wirksamkeitsprüfung der eingesetzten Chemotherapie.

Für den CellSearch-Test benötigt man Venenblut, das in spezielle, mit dem Gerinnungshemmer EDTA behandelte Blutabnahmeröhrchen mit spezial-gepuffertem EDTA (Gerinnungshemmer) abgenommen werden muss.
Diese Röhrchen, die es nur für das Vacutainer-System gibt, über die üblichen Labors in der Regel nicht bezogen werden können.

In diesen Röhrchen sind die entnommenen Blutproben für 96 Stunden bei Raumtemperatur stabil, sollten aber am besten schnellstmöglich nach Abnahme ins zuständige Labor geschickt werden.
Eine Aufbewahrung im Kühlschrank ist nicht sinnvoll, das Einfrieren strengstens zu vermeiden!

Normalerweise reicht die Abnahme eines Röhrchens (entsprechend 7,5 ml Venenblut) für die Untersuchung aus. Um Transportverluste oder gelegentlich auftretende Schwierigkeiten bei der Zellisolierung sicher zu umgehen, empfehlen wir die Abnahme von 2 Probenröhrchen.

Bei welchen Krebsarten wird CTC angewendet?

Der CellSearch-Test zeigt klare Ergebnisse beim metastasierten Brust-, Darm– und Prostatakarzinom. Er ist als Verfahren der Verlaufskontrolle des Therapieerfolgs bei diesen Krebsarten von der FDA zugelassen. Außerdem hat er Eingang in die S3-Leitlinie der Organgruppe Mamma der AGO (Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie) gefunden.
Vielversprechende Resultate liegen gegenwärtig auch für andere Tumoren, wie Lungen– und ableitenden Harnwege Karzinome vor.

Quelle: STRATEC Biomedica Clusterkonferenz Mai 2014, und Seite vom onkologisches Labor L.a.n.c.e. mit Sitz in Bonn: lance.de

 

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